Französische Gewerkschafter halten Fusion bei Siemens und Alstom für notwendig

Der ICE-Hersteller Siemens und sein französischer Konkurrent Alstom wollen ihre Bahnsparten zusammenlegen. Die beiden Konzerne unterzeichneten eine Absichtserklärung über die Zusammenlegung ihrer Mobilitätsgeschäfte im Rahmen "einer Fusion unter Gleichen", wie es am Dienstagabend in einer gemeinsamen Mitteilung hieß

Französische Arbeitnehmervertreter sehen eine mögliche Fusion der Bahnsparten von Siemens und Alstom mit gemischten Gefühlen. Einerseits sei die Zusammenlegung eine "Notwendigkeit", um der starken chinesischen Konkurrenz die Stirn zu bieten, sagte Claude Mandart von der Gewerkschaft CFE-CGC am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Der derzeitige Zustand sei nicht haltbar. Andererseits werde eine Fusion nicht ohne massive Schäden und soziale Einschnitte stattfinden.

Im Laufe des Tages könnten der ICE-Bauer Siemens und sein französischer Konkurrent Alstom offizielle Pläne zur Fusion ihrer Bahnsparten veröffentlichen. Der Verwaltungsrat des französischen Industriekonzerns tagt ebenso wie Medienberichten zufolge der Aufsichtsrat von Siemens. Anschließend soll es eine Erklärung der Aufsichtsgremien beider Konzerne geben.

"Wir sind beunruhigt", gestand Mandart ein. Auf mittlere Sicht könne "nicht alles gehalten werden", da es Synergien geben werde. Außerdem wüssten die Deutschen "ihre Industrie besser zu schützen als die Franzosen". Auch Philippe Pillot von der Gewerkschaft FO bezeichnete die Fusionspläne angesichts von Dopplungen in beiden Unternehmen als "Lösung und Problem zugleich".

Die Präsidentin der Pariser Großraumregion Ile-de-France, Valérie Pécresse, bezeichnete die mögliche Fusion der Sparten als "keine schlechte Idee". Alstom dürfe aber seine Produktion in Frankreich nicht aus den Augen verlieren, sagte die konservative Politikerin und warnte vor einer "ungleichen Hochzeit".