Französische Bergsteigerin vom Berg Nanga Parbat gerettet

Eine Gruppe von Elite-Bergsteigern hat in einer wagemutigen Rettungsaktion eine französische Alpinistin vom Berg Nanga Parbat in Pakistan gerettet

Eine Gruppe von polnischen Profibergsteigern hat in einer wagemutigen Rettungsaktion eine französische Alpinistin vom Berg Nanga Parbat in Pakistan in Sicherheit gebracht. Die Suche nach einem zweiten Vermissten sei aber erfolglos geblieben, hieß es nach dem Einsatz in der Nacht zum Sonntag. Die vier Retter kehrten nach dem Abstieg zurück zum Berg K2, wo sie an einem historischen Kletterversuch teilnehmen.

Die gerettete Bergsteigerin Elisabeth Revol wurde mit Erfrierungen und Schneeblindheit in ein Krankenhaus eingeliefert, wie ein Expeditionshelfer berichtete. Die Suche nach ihrem Begleiter, dem Polen Tomek Mackiewiecz, wurde hingegen ergebnislos abgebrochen.

"Tomeks Rettung ist leider nicht möglich", schrieb ein Freund Revols, Ludovic Giambiasi, auf Facebook. Die Wetterbedingungen würden eine extreme Gefahr für die Retter bedeuten. "Es ist eine furchtbare und schmerzhafte Entscheidung."

Revol und ihr Kletterpartner waren bei ihrem Abstieg am Donnerstag in Schwierigkeiten geraten. Sie saßen über Nacht ohne Zelte bei kalten Temperaturen und starkem Wind an einem Hang des Berges fest. Die Rettungsmission lief am Samstagnachmittag an, nachdem andere Bergsteiger die beiden Vermissten am Freitag per Fernglas entdeckt hatten.

Die vier Elite-Bergsteiger wurden per Hubschrauber vom pakistanischen Militär vom Basiscamp des K2 eingeflogen. Die Rettungsaktion sei beispiellos gewesen, sagte der pakistanische Bergsteiger Karim Shah. Das Team sei 1200 Meter in kompletter Dunkelheit ohne Fixseil hinaufgestiegen. "Die meisten Menschen brauchen zwei oder drei Tage, sie haben es in acht Stunden geschafft", sagte Shah.

Der Nanga Parbat im Norden Pakistans ist mit 8125 Metern der neunthöchste Berg der Welt. Er gilt als besonders gefährlicher Berg, weil seit 1953 mehr als 30 Bergsteiger beim Versuch seinen Gipfel zu erreichen gestorben sind.

Die vier polnischen Bergsteiger kehrten nach ihrem Rettungseinsatz zum K2 zurück. Dort nehmen sie an einer Expedition teil, die als erste den zweithöchsten Berg der Welt in den Wintermonaten bezwingen will.