Französische Bahn: Streik kostet 100 Millionen Euro

Französische Bahn: Streik kostet 100 Millionen Euro

Zu Beginn der zweiten Streikwoche hat die französische Bahngesellschaft SNCF die bisherigen Kosten auf rund hundert Millionen Euro beziffert. SNCF-Chef Guillaume Pepy sagte am Montag den Sendern RMC und BFMTV, von diesem Geld hätte die Bahn zwei neue Triebwagen pro Tag anschaffen können.

Nach Angaben der Bahn legten erneut drei Viertel der Lokführer die Arbeit nieder. Bei den restlichen Mitarbeitern sei die Beteiligung aber etwas schwächer als an den ersten Streiktagen vergangene Woche, hieß es.

Der Personenverkehr war erneut stark beeinträchtigt: Im Schnitt fuhr einer von fünf Hochgeschwindigkeitszügen (TGV) und einer von drei Regionalzügen. Im Großraum Paris staute sich der Verkehr auf 375 Kilometern statt der üblichen 280 Kilometer, wie der Verkehrsdienst Sytadin mitteilte.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will sich am Donnerstag in einem Fernsehinterview erstmals zu der Streikwelle äußern, die die Gewerkschaften bis Ende Juni fortsetzen wollen. Macron hat eine Bahnreform angekündigt, mit der er den Personenverkehr ab 2020 wie von der EU beschlossen für den Wettbewerb öffnen will. Die Gewerkschaften protestieren vor allem gegen die geplante Abschaffung des beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten.