Französische Armee ermittelt nach Geländefahrt von Soldaten nahe Migrantenlager

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Migrantenlager in Calais (AFP/FRANCOIS LO PRESTI)

Eine rücksichtslose Fahrt französischer Soldaten in einem Geländewagen in der Nähe eines Migrantenlagers in Calais hat in Frankreich Empörung ausgelöst. Die Armee kündigte nach der Veröffentlichung eines Videos der Aktion am Sonntagabend Ermittlungen an. "Eine inakzeptable Szene", hieß es auf dem Twitterkonto des Heeres.

Ein Fotoreporter hatte zuvor ein Video veröffentlicht, das einen Geländewagen der Armee zeigt, der im Rückwärtsgang wilde Kurven fährt. Im Hintergrund sind Migranten und ihre notdürftig mit Planen geschützten Zelte zu sehen.

Das Video zeigt auch, wie das Auto schließlich in einer Schlammpfütze stecken bleibt. "Die Soldaten sind mit ihren Waffen ausgestiegen (...) und haben etwas betreten die Migranten gefragt, ob sie Schaufeln hätten", berichtete der Fotoreporter Louis Witter der Nachrichtenagentur AFP.

Das Fahrzeug sei schließlich mit Hilfe eines Militärlastwagens und mehrerer Migranten aus dem Schlammloch herausgezogen worden, sagte Witter. Das Fahrzeug gehört zur "Mission Vigipirate", die zum Schutz gegen Attentate im Inland im Einsatz ist.

Der Fahrer des Wagen habe sich "vollkommen inakzeptabel verhalten", hieß es in einer Stellungnahme des Generalstabs. "Sobald die Verantwortlichkeiten feststehen, wird über angemessene Sanktionen entschieden."

In Calais halten sich zahlreiche Migranten auf, die auf eine Überfahrt nach England hoffen. Die Polizei räumt regelmäßig die Lager, um die Bildung von größeren Ansammlungen zu verhindern. Bei der gefährlichen Überfahrt über den Ärmelkanal kommt es häufig zu Unglücken. Beim schlimmsten Unglück in diesem Jahr starben 27 Migranten.

kol/ju

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