Frankreichs Wachstum auf höchstem Stand seit 2011

Die Reformpolitik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron trägt offenbar erste Früchte: Das Wachstum dürfte in diesem Jahr bei 1,9 Prozent liegen - das wäre der höchste Stand seit 2011, wie das Statistikamt Insee am Dienstagabend in Paris mitteilte. Zudem rechnet die Behörde bis Mitte des kommenden Jahres mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Insee begründet die guten Konjunkturaussichten vor allem mit der gestiegenen Zuversicht der Unternehmenschefs: Das Investitionsklima war im November auf das höchste Niveau seit 2008 gestiegen. Hinzu kommen gute Produktions- und Exportdaten, unter anderem in den Bereichen zivile Luftfahrt und Landwirtschaft. Auch der Tourismus zieht nach den Attentaten 2015 und 2016 wieder an.

Die Statistiker hoben ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr bereits das zweite Mal in Folge an - zuletzt von 1,6 auf 1,8 Prozent im Oktober. Auch die Regierung rechnet bisher mit einem Wachstum von 1,8 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit dürfte nach Schätzung des Statistikamts bis Mitte des kommenden Jahres auf 9,4 Prozent sinken, von derzeit 9,7 Prozent. Das wäre der niedrigste Stand seit 2012. Insee rechnet unter dem Strich mit der Schaffung von knapp 100.000 Arbeitsplätzen.

Macron hatte zuletzt in einem Fernsehinterview gesagt, seine Reformen würden bis zum Ende seiner Amtszeit 2022 ihre volle Wirkung entfalten. Ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit sei frühestens in zwei Jahren zu erwarten. Mit den verbesserten Zahlen wird es auch wahrscheinlicher, dass der Präsident seine Zusage einhalten kann, das Defizit erstmals seit zehn Jahren wieder unter die EU-Marke von drei Prozent zu drücken.