Frankreichs Umweltminister Hulot wehrt sich gegen Missbrauchs-Verdacht

Eine Enkelin des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand steht hinter einer Missbrauchsanzeige gegen den heutigen Umweltminister Nicolas Hulot. Der Anwalt von Pascale Mitterrand bestätigte, dass sie 2008 Anzeige gegen Hulot erstattet habe

In Frankreich wehrt sich bereits der zweite Minister im Kabinett von Präsident Emmanuel Macron gegen den Verdacht auf sexuellen Missbrauch: Der beliebte Umweltminister Nicolas Hulot sprach am Donnerstag im Fernsehsender BFM TV von "schändlichen" Spekulationen über seine Beziehung zu zwei Frauen. Der Elysée-Palast schloss einen Rücktritt des Ministers vorerst aus. Ende Januar waren Vergewaltigungs-Vorwürfe gegen Haushaltsminister Gérald Darmanin laut geworden.

Hulot räumte in dem Interview erstmals ein, die Enkelin eines bekannten französischen Politikers habe bereits 2008 gegen ihn Anzeige erstattet. Ihren Namen und den genauen Vorwurf nannte er nicht. Der Fall sei aber zu den Akten gelegt worden, betonte der frühere Fernsehmoderator. Der 62-Jährige bestritt zudem, dass ihn eine ehemalige Kollegin der Belästigung beschuldigt habe. Hulot wehrt sich damit gegen Enthüllungen einer Zeitschrift, die für diese Woche erwartet werden.

Das Büro von Präsident Macron schloss einen Rückzug des Ministers aus, solange die Justiz kein Verfahren gegen ihn eröffne. Mit derselben Begründung hatte die Regierung zuvor auch Haushaltsminister Darmanin ihr Vertrauen ausgesprochen. Ihm wirft eine frühere Prostituierte vor, sie vergewaltigt zu haben, als sie in einer Rechtssache um Hilfe gebeten habe. Der 35-Jährige bestreitet die Vorwürfe.