Frankreichs Staatsbahn verdoppelt Nettogewinn

Die französische Staatsbahn SNCF hat ihren Nettogewinn mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Konzern 1,3 Milliarden Euro

Die französische Staatsbahn SNCF hat ihren Nettogewinn mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Konzern 1,3 Milliarden Euro, wie Bahnchef Guillaume Pepy am Mittwoch in Paris mitteilte. Ohne Sonderabschreibungen blieben unter dem Strich rund 680 Millionen Euro, etwa drei Mal so viel wie im Jahr 2016.

Pepy nannte die Ergebnisse ein "positives Signal für die Zukunft der Schiene". Er machte unter anderem ein höheres Fahrgastaufkommen durch neue Schnellstrecken geltend und den Erfolg der Billigsparte Ouigo.

Allerdings schiebt allein die Schienennetzsparte SNCF Réseau einen Schuldenberg von 47 Milliarden Euro vor sich her. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sagte, der Staat wolle diese Verpflichtungen grundsätzlich übernehmen.

Voraussetzung ist nach Le Maires Worten aber die umfassende Reform der Staatsbahn, deren Grundzüge die Regierung am Montag vorgestellt hatte. Kern ist die Abschaffung des beamtenähnlichen Status der Bahnbeschäftigten. Er sieht unter anderem ein Rentenregime vor, unter dem Lokführer im Schnitt mit 54 Jahren in Ruhestand gehen.

Die Gewerkschaften haben einen Arbeitskampf angekündigt. Die größte Gewerkschaft CGT plant zunächst einen Ausstand am 22. März und schließt Aktionen von einmonatiger Dauer nicht aus. SNCF-Vorstand Pepy sagte dazu: "Niemand hat Interesse an einem langen Konflikt."