Frankreichs Innenminister nennt Prügelattacken gegen Polizisten "untragbar"

Innenminister Collomb mit Polizisten an Silvester

Die französische Regierung hat die Prügelattacken gegen Polizisten zum Jahreswechsel scharf verurteilt. Innenminister Gérard Collomb sprach am Dienstag im Radiosender Europe 1 von "untragbarer" Gewalt. An Silvester und am Neujahrstag waren im Großraum Paris drei Polizisten zusammengeschlagen worden.

"Diese gewalttätige Gesellschaft darf in den kommenden Jahren nicht weiter bestehen, damit muss Schluss sein", sagte Collomb. Präsident Emmanuel Macron hatte am Montagabend von "feiger und krimineller Lynchjustiz" gegen Polizisten gesprochen.

Handybilder von der Prügelattacke an Silvester kursieren auf Twitter und Facebook. Sie zeigen, wie zwei Polizisten im Pariser Vorort Champigny-sur-Marne von einer Menschenmenge attackiert werden. Mehrere Männer traten demnach auf die am Boden liegende Polizistin ein. Die Frau erlitt Prellungen, ihr Kollege einen Nasenbeinbruch.

Ein weiterer Polizist wurde im Vorort Aulnay-sous-Bois verprügelt, als er ein gestohlenes Motorrad kontrollieren wollte. Sein Kollege gab einen Warnschuss in die Luft ab, um die Menge zu zerstreuen. Bei den beiden Vorfällen gab es vier Festnahmen.

Die rechtspopulistische Front National warf der Regierung "völliges Versagen" vor. Parteichefin Marine Le Pen forderte auf Twitter ein "hartes Durchgreifen gegen das Gesindel".

Innenminister Collomb ließ dagegen auch Verständnis für die Wut der Vorstadt-Bewohner erkennen, die in "völlig unmenschlichen" Hochhausriegeln lebten. "Daraus kann nur Gewalt entstehen", sagte er. Nötig sei eine grundlegende Reform der Stadtpolitik.