Frankreichs Front National berät über Neuausrichtung

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen will beim Parteitag ihrer Front National (FN) am Sonntag einen neuen Namen für die Partei vorstellen. Zudem soll die 49-Jährige im Parteivorsitz bestätigt werden

Die französische Front National (FN) berät auf einem Parteitag in Lille über ihre Neuausrichtung. Bei dem am Samstag eröffneten Treffen der Rechtspopulisten will die Vorsitzende Marine Le Pen einen neuen Namen und die Öffnung der Partei für ein Bündnis mit dem bürgerlichen Lager vorschlagen. Le Pen sprach vor Beginn des zweitägigen Parteitags von einem "historischen Wendepunkt" für die FN.

Am Samstag geht es zunächst um eine Neubestimmung in der Europapolitik: Unter anderem soll die Frage erörtert werden, ob die Partei mit der Forderung nach einem Euro-Austritt in die EU-Wahl im kommenden Jahr geht. Le Pens Ziel ist, die FN wieder zur stärksten Kraft in Frankreich zu machen, wie bereits 2014.

Überraschungsgast in Lille ist der ehemalige, ultrarechte Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon. Er soll am Samstagabend (17.30 Uhr) eine Rede vor den FN-Anhängern halten. "Er wird uns erklären, dass der Sieg möglich ist", sagte FN-Sprecher Sébastien Chenu.

Bannon ist derzeit in Europa auf Tour, um ein Bündnis rechtspopulistischer Kräfte zu schmieden. Vergangene Woche hatte er sich bereits unter anderen mit der Chefin der AfD-Bundestagsfaktion, Alice Weidel, getroffen.

Der FN-Parteitag findet zehn Monate nach der Niederlage Le Pens gegen Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl statt. Seitdem gilt die Rechtspopulistin als angeschlagen, obwohl sie 10,6 Millionen Wähler mobilisierte - so viele wie noch nie für die FN.