Frankreichs Chef-Währungshüter warnt vor Bitcoins

dpa-AFX

PEKING (dpa-AFX) - Der Chef der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, streitet der Digitalwährung Bitcoin den Status einer echten Währung ab und warnt vor dem Erwerb der virtuellen Münzen. "Wir müssen uns im Klaren sein: Bitcoin ist in keiner Weise eine Währung oder auch nur eine Kryptowährung", sagte de Galhau am Freitag bei einer Konferenz in Chinas Hauptstadt Peking. "Es handelt sich um eine spekulative Geldanlage. Der Wert und dessen extreme Schwankungen haben keine wirtschaftliche Grundlage und niemand trägt dafür die Verantwortung."

Seit geraumer Zeit steigt der Wert des Bitcoin immer weiter. Allein seit Jahresbeginn hat er sich mehr als verzehnfacht und ist diese Woche erstmals über 11 000 US-Dollar gestiegen. Während Bitcoin-Fans auf weitere Wertzuwächse hoffen, warnen viele Ökonomen vor einer Finanzblase. Wer in Bitcoins investiere, tue dies vollständig auf eigenes Risiko, mahnte de Galhau. Zugleich betonte er aber auch, dass die hinter Bitcoins und anderen Digitalwährungen stehende Technologie nützlich eingesetzt werden könne und dass auch die französische Notenbank bereits damit experimentiere.

Im Gastgeberland der Konferenz werden Bitcoins in erheblichem Ausmaß genutzt, auch weil einige Investoren die Digitalwährung nutzen, um bestehende Kapitalverkehrskontrollen zu umgehen. Chinas politische Führung steuert inzwischen mit Regulierungen gegen und hat dabei insbesondere "digitale Börsengänge" im Visier. Mit den sogenannten ICOs (Initial Coin Offerings) sammeln Unternehmen Geld für künftige Projekte ein. Meist zahlen die Investoren dabei mit Digitalwährungen.

Man beobachte Pekings Vorgehen mit Interesse, sagte de Galhau. Vor wenigen Wochen hatte bereits der Chef der österreichischen Notenbank, Ewald Nowotny, gesagt, man diskutiere innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB) über mögliche Beschränkungen.