Frankreich will im Kampf gegen Müll nicht-recyceltes Plastik verteuern

Die französische Regierung will Verpackungen aus nicht-recyceltem Plastik teurer machen, um es vom Markt zu drängen. Bis 2025 solle es landesweit nur noch Verpackungen aus wiederverwertetem Plastik geben, sagte Staatssekretärin Brune Poirson

Die französische Regierung will Verpackungen aus nicht-recyceltem Plastik teurer machen, um es vom Markt zu drängen. Bis 2025 solle es landesweit nur noch Verpackungen aus wiederverwertetem Plastik geben, sagte Staatssekretärin Brune Poirson in einem Interview mit der Zeitung "Journal du Dimanche". Die Recyclingstrategie ist eine von mehreren Maßnahmen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, darunter auch ein Pfandsystem für Plastikflaschen.

Nach den Plänen der Regierung sollen Produkte in recycelten Verpackungen bis zu zehn Prozent weniger kosten, solche mit nicht-recyceltem Plastik zehn Prozent mehr, sagte Poirson. Zudem soll das Lagern von Plastik auf Müllhalden höher besteuert werden, während Recycling steuerlich begünstigt werden soll.

"Dem Plastik den Krieg zu erklären, reicht nicht aus", sagte die Umweltstaatssekretärin. "Wir müssen die französische Wirtschaft umbauen." Nach Angaben des Web-Magazins "60 Millions de Consommateurs" (60 Millionen Verbraucher) recycelt Frankreich rund ein Viertel seines Plastiks. Angesichts der zunehmenden Vermüllung der Umwelt mit Plastik wächst im Land das Problembewusstsein. Zuletzt waren in Frankreich wie auch in anderen Ländern Verbrauchermärkte Ziel von "Plastikattacken", bei denen Käufer aus Protest ihren Verpackungsmüll nach dem Einkauf vor den Märkten zurückließen.