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Nach Unruhen mit 61 Festnahmen: Pariser Place de la Concorde gesperrt

Als Konsequenz aus den Gewaltausbrüchen der vergangenen Tage haben die Pariser Behörden die Place de la Concorde für Demonstrierende gesperrt. Seit Donnerstag hatten sich auf dem Platz in der Nähe der Nationalversammlung Menschen zu Protesten gegen die Rentenreform versammelt.

In der Nacht zu diesem Samstag wurden in Zusammenhang mit gewalttätigen Ausschreitungen in Paris Dutzende Randalierende in Polizeigewahrsam genommen. Zuvor gab es Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.

Laut Medienberichten setzten Sicherheitskräfte Wasserwerfer und Tränengas gegen die Protestierenden ein, die Pflastersteine und Feuerwerkskörper auf Polizisten warfen. Auch Gegenstände wie Autos und Mülltonnen wurden in Brand gesetzt.

Nach offiziellen Angaben wurden 61 Menschen festgenommen. Der Sender France Info meldete zudem unter Berufung auf Polizeiangaben, fünf Polizisten seien verletzt worden.

Die Räumung der Place de la Concorde an diesem Samstag wurde von einem Polizeiaufgebot begleitet. Augenzeugen vor Ort berichteten von Durchsuchungen zahlreicher Menschen. Viele Demonstrierende marschierten vom Place de la Concorde zu einer Kundgebung auf der Place d`Italie.

Sonderartikel 49.3

Rund 4000 Teilnehmer sollen bei dem Protest in Paris Freitagabend gezählt worden sein. Auch in anderen Städten kam es zu Protesten, etwa in Bordeaux, Lyon und Straßburg. In Lyon wurden nach einem Überfall auf das Bürgermeisteramt des 4. Arrondissements und einer Brandstiftung im Eingangsbereich des Gebäudes drei Dutzend Randalierende festgenommen. Drei Sicherheitskräfte wurden bei dem Einsatz verletzt.

Die spontane Kundgebung in Paris fand auf dem zentralen Place de la Concorde statt, der unweit des Parlamentsgebäudes liegt. Dort war es bereits am Vortag zu Ausschreitungen gekommen, nachdem die französische Regierung beschlossen hatte, die umstrittene Reform mit Hilfe des Sonderartikels 49.3 ohne Abstimmung in der Nationalversammlung durchzuboxen.

Sie befürchtete, dass nicht genügend Abgeordnete der Reform zustimmen. Diese sieht vor, das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 Jahren zu erhöhen.

Seit Wochen schon protestieren Gewerkschaften mit Streiks gegen das Reformvorhaben. Für den nächsten Donnerstag haben sie erneut zu einem landesweiten Streik- und Protesttag aufgerufen.