Frankreich: Richter tauft Baby "Jihad" um – und macht alles schlimmer

Ruth Grosrichard
1 / 2

Frankreich: Richter tauft Baby "Jihad" um – und macht alles schlimmer

Im Video oben: Eine Frau liebt den Namen ihrer Tochter - bis ihr nach zwei

Im Video oben: Eine Frau liebt den Namen ihrer Tochter - bis ihr nach zwei Jahren auffällt, was er rückwärts bedeutet

Fünf Buchstaben haben Zivilbeamte im französischen Toulouse in Aufruhr versetzt: Im August 2017 hatte ein Paar aus der kleinen Gemeinde Léguevin westlich von Toulouse ihren Sohn den Namen Jihad gegeben. 

Ein Zivilgericht in Toulouse hat nun vergangene Woche entschieden: Jihad soll in Zukunft Jahid heißen. 

► Die Begründung: Das arabische Wort “Jihad” (etymologisch: “Anstrengung, Kampf”) sei heutzutage mit negativen Assoziationen überladen ist.

Ein Buchstabendreher – und die Gefahr ist gebannt?

Nach islamistischen Terroranschlägen denken viele Menschen wohl an den “heiligen Krieg”, auf den sich Extremisten beziehen, wenn sie zum Massaker an Ungläubigen aufrufen. Ein solcher Name würde daher offensichtlich “den Interessen des Kindes zuwiderlaufen”, die das französische Zivilrecht laut Artikel 57 schützen möchte.

► Um die Bedrohung zu neutralisieren, war es daher in den Augen des Richters ausreichend, die Vokale umzudrehen: Aus Jihad wird Jahid. Ein einfaches Wortspiel und die islamistische Gefahr war gebannt, dachte der Richter wohl. 

Doch es gibt ein Problem

Problem gelöst? Nicht ganz.

Denn ein Kenner des Arabischen war der Richter offenbar nicht. Die kleine Änderung am Namen Jihad ist brisant: Denn tatsächlich ist “Jahid” der Imperativ der verbalen Form “Jâhada”, was “sich anstrengen”, aber auch “Jihad machen” bedeutet

Ergebnis: Im Namensregister wird der kleine Jahid einen Namen tragen, der sich nicht nur auf den Dschihad bezieht, sondern auch noch dazu auffordert, seinen Pflichten nachzukommen.

Dieser Artikel wurde zuerst auf der französischen Ausgabe der HuffPost veröffentlicht und von Leonhard Landes übersetzt und bearbeitet.

...Weiterlesen auf HuffPost