Frankreich: Proteste gegen Hochschulreform

In Frankreich protestieren zahlreiche Studenten weiter gegen eine Hochschulreform. An vier Unis war am Dienstag der Betrieb komplett stillgelegt.

Der Protest richtet sich unter anderem gegen neue Aufnahmebedingungen, die die Regierung durchsetzen will. War der Zugang zu regulären Universitäten bisher für alle frei, könnten die Hochschulen fortan Bewerber aussuchen.

In Generalversammlungen wird nun diskutiert. David Garibay ist Professor in Lyon. Er sagt: "Laut der Reform besteht das Kriterium zur Auswahl künftiger Studenten aus den Noten der vergangenen zwei Jahre und den schriftlichen Bewertungen, anstatt einfach nur den Noten im Abitur. Manche meiner Kollegen waren von Anfang an gegen diese Reform, andere haben sie unterstützt. Aber sie merken langsam, dass die Handlungsfreiheit doch sehr eingeschränkt ist und man nicht viel tun kann."

Die Proteste verlaufen nicht immer friedlich. Am Montag vertrieben Sicherheitskräfte protestierende Studenten aus einem Gebäude der Uni Paris-Nanterre. Medienberichten zufolge wurden im Zuge der Evakuierung sieben Menschen festgenommen.

In der vergangenen Woche kam es an einer Pariser Uni zu Ausschreitungen. Maskierte hatten Studenten attackiert, die sich in einer Hochschule verbarrikadiert hatten. Einen ähnlichen Vorfall gab es in Montpellier.

Die Proteste dauern teils schon seit Wochen an, ein Ende ist nicht in Sicht.