Frankreich: Mehr Hilfen für Autismus

Maxence ist neun Jahre alt: Als er mit drei nicht sprach, machten sich seine Eltern Sorgen. Dann kam die Diagnose Autismus. Maxence hat Glück: Mit acht weiteren autistischen Kindern wird in dieser besonderen Klasse an einer privaten Schule in Belleville im Beaujolais betreut.

Früherkennung und verbesserter Schulzugang sind die Prioritäten der französischen Regierung.

"Das Wichtigste ist, dass er so selbstständig wie möglich wird, dass er sich bewegen kann, dass er weiß, was er zu tun hat, dass er ein Piktogramm erkennt, die Tätigkeit macht, es zuordnet. Auch wenn er nicht spricht, lernt er etwas, er erkennt Wörter und wird immer selbstständiger, das ist das Ziel", sagt Lehrerin Myriam Cotard.

Der neue Autismusplan der französischen Regierung verfügt über ein Budget von 344 Millionen Euro über fünf Jahre. Aktuell besuchen 30 Prozent der autistischen Kinder den Kindergarten. Das Ziel ist hundert Prozent.

Mit der Autismusdiagnose von Maxence begann für seine Mutter auch der Kampf um Hilfe und Unterstützung:

"Man sagte mir, dass ich drei bis vier Jahre auf Unterstützung warten müsste. Maxence war bereits drei, das bedeutete eine lange Wartezeit. Nicht bevor er fünf oder sechs wäre, vielleicht länger. So entstand die Idee den Verein 'Autisme, Ambition, Avenir' zu gründen", so die Mutter Nadège Alloisio.

Eltern in der Gegend von Lyon gründeten den Verein . Sechs Familien profitieren von der mit Spenden geleisteten Unterstützung. Dank staatlicher Hilfen gibt es Nicolas: Er betreut Maxence 15 Stunden pro Woche. In Frankreich betrifft Autismus eine von 100 Geburten.