Frankreich lockert und vereinheitlicht Quarantäne-Regeln

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Coronatest in Frankreich (AFP/STEPHANE DE SAKUTIN)

Die Regierung in Frankreich hat eine Lockerung und Vereinheitlichung der Quarantäne-Regeln für Geimpfte angekündigt. Demnach müssen sich vollständig geimpfte Corona-Infizierte ab Montag unabhängig von der Variante in der Regel für sieben Tage isolieren, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran an. Sie können sich aber bereits nach fünf Tagen durch einen negativen Antigen- oder PCR-Test freitesten.

Die Quarantäne für Kontaktpersonen, die vollständig geimpft sind, wird zugleich aufgehoben. Véran betonte in der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" allerdings, dass Betroffene weiterhin Distanzregeln einhalten und sich "regelmäßig" testen müssten. Wer einen entsprechenden Nachweis in der Apotheke vorlege, erhalte die Selbsttests kostenlos.

Kontaktpersonen müssten sich "strikt" an die Schutzmaßnahmen halten, erklärte das Gesundheitsministerium. So müssten sie "in geschlossenen Räumen und im Freien" eine Maske tragen und "soweit möglich" im Homeoffice arbeiten.

Bisher mussten sich Infizierte in Frankreich zehn Tage lang isolieren. Kontaktpersonen einer mit der Omikron-Variante infizierten Person mussten mindestens sieben Tage lang in Quarantäne. Die Quarantänedauer konnte zudem unabhängig von der Variante bis zu 17 Tage betragen, wenn die Menschen mit einer infizierten Person in einer Wohnung lebte.

Die Lockerung und Vereinheitlichung der Regeln - unabhängig von der Variante - sollten "der extrem schnellen Entwicklung der Verbreitung der Omikron-Variante in Frankreich Rechnung tragen", erklärte das Gesundheitsministerium. Der Schritt solle "eine Nutzen-Risiko-Abwägung" ermöglichen, die darauf abzielt, das Infektionsgeschehen "unter Kontrolle" zu halten und gleichzeitig das soziale und wirtschaftliche Leben "aufrechtzuerhalten".

Die ersten verfügbaren Daten zeigen demnach, dass die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung bei der Omikron-Variante kürzer ist als bei den vorherigen Varianten. Dies spreche für eine Verkürzung der Quarantänedauer, wenn Omikron wie in Frankreich die vorherrschende Virusvariante ist.

Personen, die positiv getestet wurden und nicht alle nötigen Impfungen erhalten haben, müssen sich zehn Tage lang isolieren, wobei sie nach sieben Tagen freigetestet werden können. Die siebentägige Quarantäne wird auch für ungeimpfte Kontaktpersonen beibehalten. Diese müssen ebenfalls negativ testen, bevor sie aus der Selbstisolation dürfen.

Kinder unter zwölf Jahren, die in der Schule Kontakt zu Infizierten hatten, müssen vor ihrer Rückkehr in den Unterricht einen negativen Antigen- oder PCR-Test vorlegen. Auch sie müssen sich in regelmäßigen Abständen erneut auf das Virus testen.

Frankreich schließt sich damit einer Reihe von Ländern an, die bereits die Quarantäne-Zeiten wegen der Omikron-Variante reduziert haben. In den USA wurde sie für symptomfreie Infizierte von zehn auf fünf Tage verringert. Spanien und Argentinien kündigten eine Verkürzung von zehn auf sieben Tage an.

In Deutschland empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) derzeit bei einer Ansteckung mit der Omikron-Variante noch, dass sich Infizierte und ihre Kontaktpersonen für 14 Tage isolieren sollen. Das schließt auch Geimpfte und Genesene ein. In der Politik wird jedoch über Quarantäne-Erleichterungen diskutiert.

noe/jes

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