Frankreich ist für "The Economist" das Land des Jahres 2017

Staatschef Macron

Frankreich ist für das britische Nachrichtenmagazin "The Economist" das Land des Jahres 2017 - wegen des Wahlsiegs und der Reformpolitik von Staatschef Emmanuel Macron. "2017 hat Frankreich alle Erwartungen übertroffen", schreibt das einflussreiche und angesehene Wochenmagazin in seiner neuesten Ausgabe.

Dass Macron im Mai ohne etablierte Partei im Rücken die Präsidentschaftswahl und anschließend mit seiner Bewegung die Parlamentswahl gewonnen habe, sei eine "Sensation" gewesen. Anschließend habe Macron wichtige Reformen umgesetzt, unter anderem eine Lockerung des Arbeitsrechts. "Bevor er auftauchte, sah Frankreich unreformierbar aus - die Wähler hatten die Wahl zwischen Stillstand und Fremdenfeindlichkeit."

Für "The Economist" steht der sozialliberale Pro-Europäer Macron, der sich in der Präsidentschaftswahl gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durchgesetzt hatte, für Offenheit und sozialen Wandel. "Der Kampf zwischen den offenen und den geschlossenen Visionen der Gesellschaft könnte derzeit die wichtigste politische Auseinandersetzung in der Welt sein." Frankreich habe sich jenen entgegengestellt und jene besiegt, die "Zugbrücken hochziehen".

Der liberal ausgerichtete "Economist" kürt seit 2013 ein Land des Jahres. Gewürdigt wird damit ein Staat, der einen bemerkenswerten Wandel erlebte oder "die Welt heller" machte. In die Auswahl schaffte es dieses Jahr unter anderem Bangladesch für die Aufnahme hunderttausender aus Myanmar geflüchteter Angehöriger der Rohingya-Minderheit.