Frankreich öffnet Archive zum Prozess gegen Lyoner Gestapo-Chef Barbie

Klaus Barbie während seines Prozesses 1987

30 Jahre nach der Verurteilung des Lyoner Gestapo-Chefs Klaus Barbie öffnet Frankreich die Archive zu dem Prozess. Damit solle die "Erinnerungsarbeit" gefördert und gegen "Revisionismus und Vergessen" gekämpft werden, erklärten die französischen Ministerien für Justiz und Kultur am Montagabend. Auch solle das "Verständnis des Prozesses" vorangebracht werden. Der Prozess gegen den "Schlächter von Lyon" ist einer der wenigen in Frankreich, die gefilmt wurden.

Ein Gericht in Lyon hatte Barbie in der Nacht auf den 4. Juli 1987 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Gestapo-Chef für die Region Lyon während des Zweiten Weltkriegs wurde wegen Massenverhaftungen von Juden und wegen der Deportation von Juden in das NS-Vernichtungslager Auschwitz schuldig gesprochen. Er starb vier Jahre nach seiner Verurteilung im Alter von 77 Jahren im Gefängnis.

Der NS-Verbrecher war 1971 in Bolivien von den Nazi-Jägern Beate und Serge Klarsfeld aufgespürt worden. Er genoss aber lange Zeit den Schutz der dortigen Regierung und wurde erst 1983 nach Frankreich ausgeliefert. In Lyon wurde am Montagabend des 30. Jahrestags des historischen Urteils gegen den einstigen Gestapo-Chef gedacht.