Eintracht klettert: Boateng entscheidet "schlechtestes Spiel"

Frankfurts Kevin-Prince Boateng (2.v.l..) sorgte gegen seinen Ex-Klub Hertha BSC für die Entscheidung

Kevin-Prince Boateng hob entschuldigend die Arme, auf ausgelassenen Jubel verzichtete der Matchwinner von Eintracht Frankfurt.

Der gebürtige Berliner führte die Hessen beim 2:1 (1:1) bei Hertha BSC zwar zum nächsten Auswärtscoup in der Bundesliga, doch aus Respekt vor seinem Ex-Klub und aus Ärger über seine eigentlich schwache Vorstellung zeigte er seine Freude nicht. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

"Dass wir das Spiel gewonnen haben, fühlt sich natürlich gut an", sagte Boateng bei Sky: "Doch es war eigentlich das schlechteste Spiel meiner Karriere. Aber zum Glück habe ich das Tor gemacht."


Nach einer frühen Gelben Karte (9.) wandelte der "Aggressive Leader" der Eintracht am Rande eines Platzverweises, Trainer Niko Kovac dachte sogar an eine vorzeitige Auswechslung. "Wir haben darüber geredet", berichtete Boateng, "aber der Trainer meinte, dass ich genug Erfahrung habe, dass ich in den Zweikämpfen weg bleibe. Das hat gut geklappt."

Eintracht schließt zum BVB auf

Dieses Risiko wurde belohnt: Mit einem überlegten Linksschuss von der Strafraumgrenze bescherte Boateng (80.) dem besten Auswärtsteam der Liga den Sprung auf Platz acht - punktgleich mit Borussia Dortmund auf Europa-League-Rang sechs. (Tabelle der Bundesliga)


Hertha ist nach der fünften Saisonniederlage weiter Elfter. "Es lief erst alles nach Plan. Danach haben wir nicht mehr auf Ballbesitz gespielt. Das war nicht abgesprochen. Da hat der Mut gefehlt", sagte Pal Dardai, nachdem er das Trainer-Duell mit seinem ehemaligen Teamkollegen Niko Kovac verloren hatte.

Wolfs Hammer lässt Spiel kippen

Dabei waren die Gastgeber durch den zweiten Saisontreffer des U21-Europameisters Davie Selke (15.) in Führung gegangen, Frankfurts Außenspieler Marius Wolf (26.) glich mit einem beherzten Schuss aus rund 16 Metern aus. Dann traf Boateng mit seinem dritten Saisontor zum Sieg. Berlins Fabian Lustenberger hatte kurz vor dem Ende mit einem Lattenschuss Pech (87.).

Vor 38.781 Zuschauern im eiskalten Olympiastadion fanden die Berliner zu Beginn besser in die Partie, Frankfurt fand kein Gegenmittel und setzte sich durch eigene Ballverluste selbst unter Druck. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Ibisevic verpasst Blitztor

Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic (2.) hatte nach einem Bock von Frankfurts Mijat Gacinovic früh die Führung auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Keeper Lukas Hradecky.


Erst nach dem Ausgleich schafften es die Gäste, Entlastungsangriffe zu starten und Hertha Paroli zu bieten. Eintracht-Stürmer Ante Rebic (25.) hatte vor dem Ausgleichstreffer die erste zwingende Chance der Hessen, die Rune Jarstein im Tor der Berliner jedoch vereitelte.

Boateng blickt auf Bayern

Im zweiten Abschnitt überboten sich beide Teams zunächst in spielerischer Einfallslosigkeit. Erst defensive Unordnung bei der Hertha ermöglichte Wolf (57.) die Gelegenheit zum Führungstreffer, doch Jarstein parierte.

Boateng sorgte in der Schlussphase schließlich doch noch für den überraschenden Siegtreffer - und richtete den Blick nach vorne: "Die drei Punkte waren wichtig, weil wir jetzt ein schwieriges Heimspiel gegen die Bayern haben."