Irre Schlussphase: Achterbahn der Gefühle bei Frankfurt

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Irre Schlussphase: Achterbahn der Gefühle bei Frankfurt
Irre Schlussphase: Achterbahn der Gefühle bei Frankfurt

Als die meisten Akteure im Frankfurter Stadtwald bereits mit dem Schlusspfiff gerechnet hatten, wurde es nochmal richtig wild: Eintracht-Keeper Kevin Trapp schaute ungläubig daher - er hatte in der 90. Minute Fenerbahces Dimitris Pelkas im Strafraum gefoult und einen Elfmeter verursacht. 

Doch der deutsche Schlussmann parierte den Strafstoß, bevor Mergim Berisha den Ball im Nachschuss versenkte und für grenzenlosen Jubel der Fener-Anhänger sorgte. 

Jener Jubel war allerdings nur von kurzer Dauer: Da der deutsche U21-Europameister zu früh in den Strafraum gelaufen war, blieb es beim 1:1 - zur Freude der heimischen Fans.

Özil schockt Frankfurt

Den Auftakt in die Partie hatte Ex-Weltmeister Mesut Özil Eintracht Frankfurt vermiest. Der frühere Nationalspieler verhinderte mit seinem Treffer beim 1:1 der Hessen gegen Fenerbahce Istanbul eine siegreiche Europa-Rückkehr des Bundesligisten.

Ausgerechnet Özil (11.), der vor etwa dreieinhalb Jahren geräuschvoll aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war, erzielte bei seiner Rückkehr nach Deutschland die zwischenzeitliche Führung und zeigte eine gute Leistung.

Der Eintracht gelang trotz Überlegenheit nicht mehr als der Ausgleich durch Neuzugang Sam Lammers (41.). In Gruppe D mit Royal Antwerpen und Olympiakos Piräus muss sich die SGE steigern. 

Durm: „Geil, mal wieder in Europa zu spielen“

„Wir sind nicht gut reingekommen, waren sehr nervös“, bemängelte Eintracht-Sportdirektor Markus Krösche vor allem die schwache Anfangsphase seiner Mannschaft. Danach habe sich Frankfurt allerdings „reingekämpft und ein schönes Tor erzielt. In der zweiten Halbzeit hatten wir einige Möglichkeiten und haben wenig zugelassen“.

Verteidiger Erik Durm sah die Hessen sogar kurz vor dem Sieg. „Wir waren nah dran, einen Dreier zu holen. Es war geil, mal wieder in Europa zu spielen. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt“, erklärte der 29-Jährige. Der späte Elfmeter passe „ein bisschen ins Bild“, führte Durm aus und lobte Torhüter Trapp: „Es hat mich für die Mannschaft und ihn persönlich gefreut, dass er den rausgefischt hat. Das war sehr wichtig für uns.“

Fenerbahce erwischt den besseren Start

Vor dem Anpfiff hatten die Frankfurter Fans lautstark die Rückkehr in den Wettbewerb gefeiert, in dem die Eintracht in der Saison 2018/19 noch furios ins Halbfinale gestürmt war. Trainer Oliver Glasner verfolgte das Spektakel in einer Loge im Stadion, da er eine Sperre aus seiner Zeit als Coach des VfL Wolfsburg absitzen musste.

Von dort aus sah der Österreicher, der von seinem Co-Trainer Michael Angerschmid vertreten wurde, keinen guten Beginn seiner Elf. Fenerbahce startete vor 25.000 Zuschauern deutlich zielstrebiger und belohnte sich früh: Özil traf aus spitzem Winkel, die verdiente Führung wurde aber erst nach Videobeweis gegeben.

Die Eintracht musste sich nach dem Schock erst einmal sammeln. Gegen die geordneten Gäste, bei denen der frühere Münchener Luiz Gustavo startete und der Ex-Schalker Max Meyer zunächst auf der Bank saß, fiel der Frankfurter Offensive wenig ein. Erst nach einer Doppelchance für Djibril Sow (23.) entwickelte sich ein offenes, temporeiches Spiel.

Lammers mit Tor-Debüt

Die Eintracht steigerte sich vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick bis zur Pause, übernahm etwas mehr Kontrolle und erarbeitete sich gegen weiter gefährliche Gäste den Ausgleich. Lammers erzielte nach starker Vorarbeit von Filip Kostic aus kurzer Distanz sein erstes Tor für die SGE.

Ausgeglichen blieb es auch nach dem Seitenwechsel. Über Kostic und Daichi Kamada kam die Eintracht öfter als die Türken zu gefährlichen Abschlüssen. Die vermeintliche Führung durch Lammers (60.) zählte aber aufgrund einer Abseitsposition nicht.

Wilde Szene vor dem Schlusspfiff

In der Schlussphase erhöhte die Eintracht das Tempo, zeigte sich klar spielbestimmend, verpasste durch Kostic aber den zweiten Treffer (75.). Dabei profitierten die Gastgeber auch zunehmend von den schwindenden Kräften bei Fenerbahce.

Kurz vor dem Ende ereignete sich die irre Elfmeter-Szene. Im Anschluss wurde es nochmal hitzig zwischen beiden Teams. Nach einem Zweikampf und Foul von SGE-Neuzugang Kristijan Jakic rannten einige Akteure auf das Spielfeld, es kam zur Rudelbildung. Feners Ersatzkeeper Berke Özer und Frankfurts Ersatzspieler Ajdin Hrustic sahen Gelb.

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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