Fragwürdiges „Blumenkohlsteak“: Britische Supermarktkette gerät in Kritik

Blumenkohl als Luxusprodukt? Zumindest wollte es eine bekannte britische Ladenkette so verkaufen. (Bild: ddp Images)

Weil die Supermarktkette Marks & Spencer abgepackte Blumenkohlscheiben als „Blumenkohlsteaks“ anpries und teuer verkaufte, hagelte es Spott und Kritik für den Konzern. Nun nahm der Markt das Produkt aus dem Sortiment.

2,50 Pfund (rund 2,82 Euro) für ein in Plastik abgepacktes Stück Blumenkohl? Das klingt für viele nach Wucher – die Supermarktkette „Marks & Spencer“ verkaufte aber genau dies unter dem Produktnamen „Blumenkohlsteak“ in ihrem Sortiment. Das soll sich zwar exklusiv und delikat anhören, stieß aber vielen sauer auf – und das nicht nur wegen der Plastikverpackung. Das berichtete unter anderem „The Independent“.

Als Rachael Clarke das Angebot im Supermarkt entdeckte, fotografierte sie es, postete es auf ihrem Twitter-Account und schrieb empört: „Marks-and-Spencer-Geschäfte verkaufen Blumenkohl in Scheiben mit jeder Menge nettem Plastik und verlangen dafür zwei Pfund (…). Ein Blumenkohl kostet ungefähr 69 Cent in einem lokalen Gemüsegeschäft.“


„Ihr habt einen Kunden verloren, Marks and Spencer. Ihr könnt mich zurückgewinnen, in dem ihr eine wertvolle, umweltfreundliche Verpackungspolitik einführt“, schrieb daraufhin eine Userin.


„Wirklich keine Verwendung dafür. Es ist leicht genug, selbst einen Blumenkohl ohne Verpackung in einem Laden zu kaufen und ihn aufzuschneiden“, fand eine andere.


Auch Spott musste die Supermarkt-Kette über sich ergehen lassen. „Schaut mal, ich habe eine Blumenkohlwurst gemacht. Mit nur 3,99 Pfund ein Schnäppchen.“


Wiederum ein anderer User wies auf ein ähnliches Angebot hin – geschnittene Avocado im Plastikbecher.


„Buh an Marks & Spencer. Ich hasse diese ganze unnötige Verpackung“, zeigte sich eine Nutzerin des Kurznachrichtendiensts wütend.


Eine Sprecherin der Kette rechtfertigte das Produkt zunächst noch: „Das ist für unsere Kunden, die nach einer schnellen und praktischen vegetarischen Mahlzeit suchen“, zitiert sie „The Independent“. „Der Plastikbecher schützt das Produkt und ist recyclebar. Wir suchen stets nach Wegen, unsere Verpackungen zu optimieren und sicherzustellen, dass sie recyclebar sind.“ Außerdem sei Marks & Spencer nicht die einzige Kette, die derartige Produkte verkaufe.

Nichtsdestotrotz dürfte sich der Supermarkt die Kritik zu Herzen genommen haben und nahm das Produkt aus seinem Sortiment. „Sobald wir den Vorrat verkauft haben, der derzeit gelagert ist, werden wir diese Produkt nicht mehr bestellen“, zitiert „The Independent“ die Sprecherin des Unternehmens, die ihren Lapsus dann durchaus eingestand: „Wir arbeiten hart daran, schnelle und praktische Mahlzeiten für unsere Kunden zu kreieren. Diesmal haben wir es aber nicht richtig hinbekommen.“

Marks & Spencers Fokus auf schnellen Gemüsegerichten sehe sie dennoch bestätigt: „Wir haben viele andere vegetarische Gerichte etabliert, die bei unseren Kunden sehr populär sind“, so die Sprecherin.