Fragen An: Jordi Kuhl: "Viele bleiben 20 Jahre bei uns"

Leiter Jordi Kuhl über immer ältere Senioren und Vereinsamung

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Herr Kuhl, gibt es einen Trend beim Älterwerden heutzutage?

Der Trend ist, dass die Senioren so lange wie möglich Zuhause wohnen bleiben. Das ist politisch auch so gewollt. Häusliche Umbauten werden entsprechend gefördert und ambulante Pflegedienste ausgebaut.

Ist das Altern Zuhause aus Ihrer Sicht immer die beste Lösung?

Für das Betreute Wohnen ist es schade, wenn die Senioren immer später zu uns kommen. In hohem Alter sind die Bewohner manchmal nicht mehr fit genug, um alle Vorzüge genießen zu können. Wir befinden uns mitten in Rodenkirchen. Cafés, Restaurants und Geschäfte sind zu Fuß zu erreichen. Außerdem bieten wir hier im Haus mit einer eigenen Veranstaltungsmanagerin viel Abwechslung. Wir verfügen über eine schöne Dachterrasse, wir tanzen, kegeln, singen, spielen Bridge, bieten Kunstausstellungen und noch viel mehr an. Das fördert das Gemeinschaftsgefühl und wirkt gegen Vereinsamung.

In welchem Alter kommen die Senioren zu Ihnen ins Betreute Wohnen?

Der Schnitt liegt bei 80 Jahren, früher lag er bei Ende 60. Viele bleiben 20 Jahre bei uns. 100-Jährige sind heute keine Seltenheit mehr.

Was wäre Ihr Wunsch als Leiter einer Senioreneinrichtung?

Mehr gut ausgebildete Fachkräfte und eine bessere Bezahlung für diesen harten Job. Es hat sich zwar schon etwas getan, was die Gehälter anbelangt; aber noch nicht genug. Der Job muss attraktiver werden.

Jordi Kuhl (35) ist Leiter des Maternus-Seniorencentrums in Rodenkirchen....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta