Fragen und Antworten zur WM-Auslosung

SID
Fragen und Antworten zur WM-Auslosung

Am Freitag werden im Moskauer Kreml die Gruppen für die Fußball-WM 2018 ausgelost. Der SID beantwortet vorab die wichtigsten Fragen:
Was droht den deutschen Weltmeistern?
Keine so oft befürchtete "Hammergruppe" - zumindest aber ein Gegner von Weltniveau aus Topf 2. In diesen sind die Ex-Weltmeister England und Spanien einsortiert, doch, keine Panik: beispielsweise auch Peru und die Schweiz. Zudem: Erwischt Deutschland England oder Spanien, kann aufgrund der Regularien keine europäische Mannschaft mehr in die Gruppe kommen. Somit wäre das Schlimmstmögliche in etwa: Spanien, Costa Rica, Japan. 
Was wäre die auf dem Papier einfachste Gruppe?
Laut FIFA-Weltrangliste: Uruguay (Platz 21) aus Topf 2, Iran (32) aus Topf 3 und Saudi-Arabien (63) aus Topf 4. 
Realistisch: Peru (11), Ägypten (31), Panama (56).
Übrigens: Keine Mannschaft steht in der FIFA-Weltrangliste niedriger als Russland (65), das keine WM-Qualifikationsspiele zu absolvieren hatte. Das Ranking hat sehr wenig Aussagekraft, wurde aber zur Topfeinteilung herangezogen. Russland hat eine rote Kugel und ist als Kopf der Gruppe A gesetzt.
Wer lost aus?
Sieben einstige Helden, die je einen Weltmeister repräsentieren: Diego Maradona (Argentinien), Laurent Blanc (Frankreich), Gordon Banks (England), Cafu (Brasilien), Fabio Cannavaro (Italien), Diego Forlan (Uruguay) und Carles Puyol (Spanien). Hinzu kommt WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose. Der 91 Jahre alte Nikita Simonjan vertritt den Gastgeber Russland. Die FIFA versichert: Es gibt bei der Ziehung der acht Vierergruppen keine größeren oder angewärmten Kugeln. 
Welche Aufgabe hat Miroslav Klose?
Der Weltmeister von 2014 wird den WM-Pokal in den Kreml tragen. "Es ist eine Ehre für mich, auf eine Art noch immer Teil der WM zu sein, auch nach meinem Rücktritt", sagt Klose. Es sei etwas Besonderes, "Russland und der Welt diese Trophäe zu präsentieren, für die wir in Brasilien so hart gekämpft haben".
Wer moderiert?
Ein (ehemaliger) Russland-Kritiker, ausgerechnet. Der frühere englische Starstürmer Gary Lineker setzte sich damit dem Vorwurf aus, sich kaufen zu lassen. Unterstützt wird der WM-Torschützenkönig von 1986 im Kremlpalast von der russischen Sportjournalistin Maria Komandnaja. 
Wie ist der Stand der WM-Vorbereitung?
Rein infrastrukturell: sehr weit fortgeschritten. Nur das Stadion von Samara hängt hinter dem Zeitplan, alle anderen sind bereits fertig oder werden es in den kommenden Monaten.
Welche Probleme gibt es dennoch?
Unzählige. Der gewaltige Dopingskandal ist nicht ausgestanden, die Hooliganproblematik oder die Ausbeutung nordkoreanischer Arbeiter bestimmen die Schlagzeilen. Alle Beteiligten wollen die Skandale totschweigen - auch die FIFA. Sie ist froh, dass die Auslosung vor dem 5. Dezember stattfindet. Am kommenden Dienstag bestraft das Internationale Olympische Komitee (IOC) Russland für sein staatlich gelenktes Dopingsystem - womöglich mit dem Ausschluss von den Winterspielen in Pyeongchang. Im McLaren-Report sind 34 russische Fußballer als stark dopingverdächtig erwähnt - darunter der komplette WM-Kader von 2014.
Wer wird Weltmeister?
Frankreich. Vielleicht. Der Weltmeister von 1998 versammelt die größte Auswahl technisch exzellenter Toptalente wie Kylian Mbappe, Ousmane Dembele oder Anthony Martial, gepaart mit Superstars wie Paul Pogba oder Antoine Griezmann. Die Kadertiefe der Franzosen ist beeindruckend - und noch größer als in Deutschland.