Fragen und Antworten zur Leichtathletik-WM der Behinderten

SID
Fragen und Antworten zur Leichtathletik-WM der Behinderten

Was steht an ? 
Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Behinderten in London (14. bis 23. Juli). Die neunte Auflage dieses Para-Events findet im Olympiastadion im Queen Elizabeth Olympic Park statt. Dort wurden auch die Paralympics 2012 ausgetragen. 

Wie stehen die Aussichten der deutschen Mannschaft?
Das Team des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) besteht aus insgesamt 22 Athleten und Athletinnen. Dabei sind in Markus Rehm, Sebastian Dietz, Niko Kappel, Daniel Scheil, David Behre und Johannes Floors sechs Paralympics-Goldemedaillengewinner von Rio 2016 am Start. Am Zuckerhut gab es zudem fünfmal Silber und dreimal Bronze für die Mannschaft von Bundestrainer Willi Gernemann. "Wir befinden uns im Umbruch. Es ist unsere Aufgabe, uns Richtung Tokio 2020 neu aufzustellen", sagte Gernemann zu den Zielen in der englischen Metropole.

Wer wird fehlen?
Besonders Heinrich Popow. Der Sprinter und Weitspringer zog sich bei seiner Teilnahme an der RTL-Show "Let's Dance" Sehnenverletzungen im Oberschenkelstumpf und in der Schulter zu und verpasst die WM: "Das ist sehr bitter. Ich wäre so gerne auf diese Bahn zurückgekehrt, an die ich von den Paralympics in London so gute Erinnerungen habe", sagt der 33-Jährige, der vor fünf Jahren in London unter anderem Gold über 100 Meter geholt hatte. Seine Karriere wird Popow allerdings noch nicht beenden. Die Heim-EM in Berlin im August 2018 ist nun sein Ziel.

Welche Bedeutung hat die WM?
Eine hohe. Die Titelkämpfe sind das größte und wichtigste Event seit den Paralympics in Rio de Janeiro 2016. An der Themse werden rund 1100 Athleten aus 95 Nationen an den Start gehen - es gibt 213 Medaillenentscheidungen. Der Großkampftag ist der 17. Juli. Am vierten Turniertag stehen allein elf Finals an. Unter anderem geht dann im Weitsprung Rio-Sieger Markus Rehm an den Start.

Wie ist der Zuspruch auf der Insel?
Sehr gut. Es sind für die zehn Wettkampftage bereits über 250.000 Tickets verkauft. Das ist mehr als bei den acht vorherigen Para-Weltmeisterschaften der Leichtathleten zusammen. Die "FillTheStadium"-Kampagne des Veranstalters war erfolgreich. Auch Prinz Harry hatte sich im Vorfeld immer wieder engagiert.

Was noch zu sagen wäre...
Erstmals wird die Leichtathletik-WM für Sportler mit und ohne Behinderung am selben Ort ausgetragen. Der Para-WM folgen die Titelkämpfe der nichtbehinderten Leichtathleten (4. bis 13. August).