Fragen und Antworten zum Großen Preis von China

Fragen und Antworten zum Großen Preis von China

Was steht an?
Die Formel 1 reist nach China, vor den Toren von Shanghai geht es am Sonntagmorgen deutscher Zeit (8.10 Uhr MESZ/RTL) um den dritten Sieg in dieser jungen Saison. Sebastian Vettel geht nach zwei ziemlich überraschenden Erfolgen als WM-Spitzenreiter an den Start, doch der Ferrari-Pilot dürfte es an diesem Wochenende besonders schwer haben gegen Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes.

Fährt Sebastian Vettel zum dritten Sieg in Serie?
Vettels Erfolge in Australien und Bahrain kamen überraschend - so unwahrscheinlich wie ein Sieg nun in China waren sie aber nicht. Denn der Shanghai International Circuit ist in der Turbo-Hybridära seit 2014 eindeutig in Mercedes-Hand. Vier Rennen, vier souveräne Siege für Silber, immer gewann dabei übrigens der Pole-Setter. Schon 2012 holte Nico Rosberg in China zudem den ersten Mercedes-Sieg seit der Rückkehr als Werksteam. Hamilton sagt daher: "China war immer ein gutes Jagdrevier für uns." Wenn die Formel 1 2018 den Fan allerdings eines lehrte, dann dies: Rechne immer mit Sebastian Vettel.

Worauf kommt es in China an?
Die Überlegenheit von Mercedes in Shanghai war zuletzt kein Zufall. Denn die Strecke kommt den Stärken des Silberpfeils entgegen und kaschiert zugleich seine Schwächen. Die häufig so launischen Hinterreifen werden in China nicht so stark gefordert, hier sollten Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas keine Probleme bekommen. Auch hohe Temperaturen, die Mercedes in Bahrain nicht zum ersten Mal zu schaffen machten, sind beim dritten Saisonrennen nicht zu erwarten. In der Theorie ist der Mercedes-Vorteil groß. Vettel sitzt in einem guten Ferrari, in einem Allrounder. Aber er ist Außenseiter.

Wird Red Bull Racing endlich seinen Ansprüchen gerecht?
Wann immer in den vergangenen zwei Jahren ein echter Dreikampf heraufbeschworen wurde, versagte Red Bull. Das einstige Weltmeisterteam wird seinen Ansprüchen nicht gerecht, kommt nicht dauerhaft auf das Niveau von Mercedes und Ferrari, das war auch zum Start in diese Saison so. Technische Defekte und auch das Temperament von Jungstar Max Verstappen bereiteten bislang Probleme. Dabei sollte das Auto grundsätzlich auch im Reich der Mitte mit der Spitze Schritt halten können, denn die 1,2 km lange Gegengerade täuscht ein wenig: In China kommt es nicht nur auf Motorenleistung an.

Was passiert im Mittelfeld?
Die Ränge sieben und sechs für Nico Hülkenberg in Australien und Bahrain klingen gut, bei genauem Hinsehen wird aber deutlich: Der Deutsche muss mit seinem Renault-Werksteam hart um den erhofften Aufwärtstrend kämpfen. Vierte Kraft der Formel 1 wollen die Franzosen möglichst bald sein, um dann die Spitze anzugreifen. Doch schon das Mittelfeld ist extrem eng. McLaren und Haas hatte man eine gute Rolle zugetraut, in Bahrain fuhr nun auch noch Pierre Gasly im Toro Rosso auf einen verdienten vierten Platz. Hülkenberg muss sich beim Aufstieg zunächst mit kleinen Schritten begnügen.