Fragen und Antworten zum Formel-1-Rennen in Brasilien

SID
Fragen und Antworten zum Formel-1-Rennen in Brasilien

Was steht an?
Beim Großen Preis von Brasilien kommt die Formel-1-Saison ihrer Zielflagge schon sehr nahe. Das vorletzte Rennen des Jahres könnte zur großen Ehrenrunde von Mercedes-Pilot Lewis Hamilton werden, der sich schon vor zwei Wochen seinen vierten WM-Titel gesichert hatte. Doch nicht nur Sebastian Vettel und Ferrari wollen ebenfalls ihre Siegfähigkeit ebenfalls unter Beweis stellen.

Worum geht es noch?
Um nichts, sagt das WM-Klassement, um sehr viel, sagen die Fahrer. Mercedes will nach den Triumphen in Fahrer- und Team-WM auch zum Abschluss überzeugen, Ferrari dieses schmerzhafte Jahr unbedingt mit einem guten Gefühl abschließen. Doch nicht nur für die Stimmung sind die Rennen in Sao Paulo und Abu Dhabi (26. November) wichtig. Vettel will "extrem viel mitnehmen und wichtige Erkenntnisse sammeln, weil das Reglement ja stabil bleibt." Was die Teams jetzt lernen, hilft im kommenden Jahr auf jeden Fall weiter: "Jetzt den Fuß vom Gas zu nehmen, wäre nicht so clever." Nebenbei könnte Mercedes-Mann Valtteri Bottas übrigens noch an Vettel vorbeiziehen und die Vize-Weltmeisterschaft sichern, nur 15 Punkte trennen ihn derzeit vom Deutschen.

Wer gewinnt?
Der Sieger ist momentan ziemlich schwierig vorauszusagen, das haben schon die vergangenen Rennen gezeigt - eine schöne Sache für die Formel 1. Schon in der Endphase dieser Saison ist aus dem Duell zwischen Mercedes und Ferrari ein Dreikampf geworden, Red Bull mischt eifrig mit. Max Verstappen gewann zwei der letzten vier Rennen und ist in dieser Phase erfolgreichster Pilot der Königsklasse. Gut möglich, dass es 2018 von Beginn an drei Siegerteams gibt. In Sao Paulo sollten Mercedes und Ferrari Siegchancen haben, Red Bull müsste wohl eher auf das typische Regenchaos hoffen - allerdings soll Sonntag der erste trockene Tag dieser Rennwoche werden. 

Was macht Pascal Wehrlein?
Er wartet und wartet. Viel mehr kann der Sauber-Pilot momentan nicht tun, wenn es um seine Zukunft in der Formel 1 geht. Noch immer hat Wehrlein kein Cockpit für die kommende Saison, und die Alternativen schwinden. Wohl nur noch Williams kommt infrage, der Deutsche muss hoffen, dass er sich gegen gleich drei Mitbewerber durchsetzt - kann die Entscheidung aber nicht mehr selbst beeinflussen. "Ich denke, meine sportliche Leistung hat jetzt keine Auswirkungen mehr auf das Ergebnis", sagt Wehrlein. Steht er tatsächlich ohne Sitz da, dann starten 2018 erstmals seit 22 Jahren nur zwei Deutsche in eine Formel-1-Saison. 1996 waren nur Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen dabei.

Wer nimmt Abschied?
Felipe Massa, und zwar nicht zum ersten Mal. Schon vor ziemlich genau einem Jahr stand der Brasilianer weinend vor seinen Fans in Sao Paulo, wurde mit Standing Ovations auch von der Konkurrenz in den Ruhestand begleitet. Doch weil wenig später auch Nico Rosberg der Formel 1 den Rücken kehrte, geriet Bewegung in den Fahrermarkt: Bottas wechselte zu Mercedes, Massa half Williams aus der Personalnot. Es wird nun übrigens ein Abschied von nationaler Tragweite: Massa ist der letzte Brasilianer im Feld, und derzeit strebt aus den Juniorenklassen auch niemand in die Formel 1. Das Land der großen Weltmeister Senna, Piquet und Fittipaldi wird auf Sicht nicht in der Startaufstellung vertreten sein.