Fragen und Antworten zum Beruf Spielerberater

SID
Fragen und Antworten zum Beruf Spielerberater

Was sind die Aufgaben eines Spielerberaters?
Der Spielerberater vertritt seinen Klienten in den Verhandlungen mit Vereinen. Ist sein Spieler vereinslos oder ohne gültigen Vertrag für die kommende Saison, sucht der persönliche Berater nach passenden neuen Vereinen und handelt den neuen Vertrag aus. Während der Saison betreut der Agent seinen Spieler, unterstützt ihn bei beruflichen oder privaten Problemen, sodass sich dieser voll auf den Fußball konzentrieren kann. Berater müssen den Markt ständig im Blick haben und zu Verhandlungen, Trainingsbesuchen oder Spielen ihrer Akteure reisen.

Wie wird man Spielerberater?
Seit dem 1. April 2015 kann praktisch jeder Spielerberater werden. Es müssen lediglich ein polizeiliches Führungszeugnis und 500 Euro pro Transferperiode beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hinterlegt werden. Die Lizenz für Spielerberater schaffte der FIFA-Weltverband ab, eine Prüfung mit Fragen aus dem gesamten Regelwerk, der FIFA, des DFB und des Ligaverbandes gibt es in Deutschland nicht mehr.

Wer sind die Spitzenverdiener der Branche?
Die Nummer eins der Branche heißt Jorge Mendes. Der Portugiese vertritt u.a. Weltfußballer Cristiano Ronaldo, José Mourinho, Diego Costa und Bayern Münchens Renato Sanches. Anders als ein Großteil aller Berater hält er an vielen seiner Starspieler Marketing- und Persönlichkeitsrechte. An den Werbeeinnahmen von Ronaldo verdient sein Berater also kräftig mit. Ein zweiter großer Name ist Mino Raiola. Der Italiener transferierte Paul Pogba im Sommer 2016 für die Rekordsumme von 105 Millionen Euro von Juventus Turin zu Manchester United und dabei soll laut Enthüllungen von Football Leaks rund 50 Millionen Euro verdient haben. Raiola und Mendes lenken die Geschicke der Top-Stars und streichen mit ihren Deals regelmäßig Millionen ein - aber sie sind die absolute Ausnahme.

Wer sind die Spielerberater-Größen in Deutschland?
Zu den Großen im deutschen Spielerberatergeschäft gehören Toni-Kroos-Manager Volker Struth und Dirk Hebel. Bei seiner Agentur "SportsTotal" stehen unter anderem der Weltmeister und Marco Reus unter Vertrag. Die beiden Spieler mit dem summierten Marktwert von rund 105 Millionen Euro bilden nur die Spitze seiner Klienten. Ebenfalls erfolgreich ist Roger Wittmann. Allein beim Wechsel von Confed-Cup-Sieger Julian Draxler von Schalke 04 zum VfL Wolfsburg soll die Firma des 57-Jährigen laut Enthüllungsplattform "Football Leaks" rund sieben Millionen Euro abkassiert haben. Die millionenschwere Karriere von Bayern Star-Torhüter Manuel Neuer liegt in den Händen von Thomas Kroth. Eigentlich ist der 52-Jährige Experte für Japan-Transfers, doch seinen größten Coup landete er mit dem Wechsel des Nationaltorhüters von Gelsenkirchen an die Isar, der mit geschätzten 22 Millionen Ablösesumme den teuersten Torwart-Transfer der Bundesliga darstellt.

Wie viele Spielerberater gibt es in Deutschland bzw. weltweit?
In Deutschland gibt es derzeit 756 registrierte Spielerberater. In keinem anderen Land gibt es so viele Berater. Italien führt 260 Berater auf, die Türkei 129, England 125 und Spanien 110. Der deutsche Markt ist momentan vollkommen überschwemmt mit Beratern. In der 1. und 2. Bundesliga spielen derzeit insgesamt 1031 Fußballer. Mit der 3. Liga sind es 1540 Profispieler in Deutschland. Das verdeutlicht, wie umkämpft der Markt ist. Weltweit gibt es in 113 Ländern insgesamt 3096 Beraterfirmen und 7224 Spielerberater.

Gibt es eine Alternative zum Spielerberater?
Statt einen externen Berater zu engagieren, verpflichten viele Fußballprofis Familienmitglieder. Beispiele dafür sind Lionel Messi, Arjen Robben, Ilkay Gündogan, sowie Mats Hummels. Auch WM-Held Mario Götze lässt sich nach der Trennung von Berater Volker Struth nur noch von seinem Vater Jürgen beraten. Leverkusens Youngster Julian Brandt und Bayern-Star Mats Hummels gehen den gleichen Weg. (SID)