FR-Weekly: Tesla will liefern, Delivery Hero startet durch

Der Elektromobil-Hersteller Tesla startet die Produktion des Model 3, die Bayer (IOB: 0P6S.IL - Nachrichten) -Aktie verliert leicht in freundlichem DAX-Umfeld, Delivery Hero kann seinen guten Börsenstart verteidigen und China öffnet die heimischen Bond-Märkte für ausländische Investoren.

 

Tesla will liefern

 Ein Tweet von Tesla-Boss Elon Musk befeuert heute die Phantasie der Anleger – und den Kurs des Elektromobil-Herstellers:

Die Produktion des sehnlich erwarteten Model 3 soll demnach noch in diesem Monat beginnen, ab August werden wohl die ersten Wagen vom Band rollen. Ende Mai lag der Stand der Vorbestellungen zwischen 400.000 und 500.000. Am Morgen zog die Tesla-Aktie fast zwei Prozent an. Tesla ist an der Börse knapp 53 Milliarden Euro wert – Konkurrent BMW (EUREX: BMWE.EX - Nachrichten) bringt es nur auf eine Marktkapitalisierung von 52 Milliarden Euro.

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Erfolgreicher Börsenstart für Delivery Hero

Der Lieferdienst-Vermittler Delivery Hero hat am Freitag sein Börsendebüt mit einem Ausgabepreis von 25,50 Euro gegeben. Am heutigen Montag legte das Papier im freundlichen Marktumfeld rund zwei Prozent zu. Delivery Hero ist damit rund fünf Milliarden Euro wert. Aus dem Börsengang erlöste der Dienstleister 483 Millionen Euro, von denen 264 Millionen Euro an den Inkubator Rocket Internet (Swiss: OXRKET.SW - Nachrichten) fließen. Dessen Beteiligung verringert sich dadurch auf 25,7 Prozent; weitere elf Prozent hält der südafrikanische Technologie-Investor Naspers, 23 Prozent sind Streubesitz.

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Bayer verliert nach Gewinnwarnung

Nachdem die Bayer AG am Freitag eine Gewinnwarnung ausgab, ging es mit dem Kurs steil bergab. Das Agrarchemiegeschäft schwächelt, die Belastung für das EBITda wird auf 300 bis 400 Millionen Euro beziffert. Am Montag morgen gaben die Bayer-Papiere auf 113 Euro erneut leicht nach. Berenberg setzt das Kursziel nun auf 121 Euro.

Chart: Google

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Ölpreise ziehen wieder an

Am achten Tag in Folge können die Ölpreise heute Zugewinne verbuchen: Die Nordseesorte Brent verteuert sich heute um 0,2 Prozent auf 48,85 US$ pro Barrel, WTI zieht um 0,1 Prozent auf 46,19 US$ an. Als Ursache für die Preissteigerung wird ein Rückgang der Bohrungen seit Januar vor allem in den USA genannt.

Trotz der Bemühungen der OPEC, den Ölpreis zu stabilisieren, liegt das Preisniveau weiterhin unter 50 US$ pro Barrel. Viele Produzenten, wie beispielsweise Saudi Arabien, liefern zur Zeit unter der Gewinnschwelle.

Ölpreis für WTI

Quelle: Bloomberg 

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China öffnet Zugang zum Anleihen-Markt

China und Hongkong haben den weltweit drittgrößten Anleihenmarkt weiter für internationale Investoren geöffnet: Über das Bond Connect-Programm können Fondsmanager zukünftig chinesische Staats- und Unternehmensanleihen erwerben, ohne vor Ort ein Depot zu unterhalten. Damit soll unter anderem die Aufnahme von chinesischen Schuldverschreibungen in internationale Indizes erleichtert werden. Im vergangenen Monat hatte MSCI mehrere chinesische Aktien in seinen Emerging-Market-Index aufgenommen. Chinas Markt für Schuldverschreibungen hat ein Volumen von rund neun Billionen US$. Derzeit werden laut Standard Chartered nur rund 1,25 Prozent der chinesischen Bonds von ausländischen Investoren gehalten.

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Starkes Industriewachstum

Der Einkaufsmanagerindex in der Eurozone steigt aktuell um 0,4 auf 57,4 Punkte. In Deutschland konnte der Index sogar 59,6 Zähler erreichen, teilt das Markit (NasdaqGS: MRKT - Nachrichten) -Institut am Montag mit. Bei mehr als 50 Punkten signalisiert der Index Wachstum. Vor allem die Exporte, die dank des schwachen Euro so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr zulegten, erwiesen sich als Wachstumslokomotive, so Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Außerdem profitieren die Unternehmen von der starken Verbrauchernachfrage auf den Binnenmärkten.