FR Weekly Briefing: Aktien treten auf der Stelle

Die Aktienmärkte eröffnen die Woche fast unverändert, lediglich die Telekom gibt nach der gescheiterten Fusion mit Sprint in den USA stark nach. Der US-Chiphersteller Broadcom bietet 100 Mrd. US$ für Qualcomm (Swiss: QCOM-USD.SW - Nachrichten) , der Ölpreis hat zuletzt stark zugelegt und die Kryptowährung Bitcoin steigt und steigt.

 

Aktien treten auf der Stelle: Nach den rasanten Kursgewinnen der vergangenen Wochen scheinen die Aktienmärkte heuer eine Verschnaufpause einzulegen. Der (Shenzhen: 002631.SZ - Nachrichten) DAX, der seit Jahresbeginn 18 und seit September 12 Prozent zugelegt hat, eröffnet die Woche fast unverändert mit 13.458 Punkten. Auf der Verliererseite findet sich die Telekom, deren US-Tochter sich nicht mit dem Konkurrenten Sprint auf eine Fusion einigen konnte. Berenberg senkt das Kursziel auf 14 EUR, die Aktie gibt um mehr als drei Prozent nach.


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Nach den guten Ergebnissen der US-Tech-Stocks der vergangenen Woche scheint der Höhenflug der Apple (NasdaqGS: AAPL - Nachrichten) -Aktie sich fortzusetzen. Die Marktkapitalisierung des Handy-Herstellers liegt nun bei über 890 Milliarden US$. Auf Jahressicht hat der Titel um 45 Prozent zugelegt – das sorgt für Unbehagen. Larry McDonald, Chef von ACG Analytics, glaubt, dass die Aktie zu stark in zu kurzer Zeit gestiegen ist. „Apple notiert 15 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt", erklärt McDonald gegenüber CNBC. „Da dreht man sich nicht einfach um und geht weg. Man (Swiss: MAN.SW - Nachrichten) rennt schreiend davon”, rät der Experte.

 

 

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Die europäische Wirtschaft brummt: Der Ifo-Geschäftsklimaindex der Eurozone stieg im vierten Quartal um 1,8 auf 37,0 Punkte und hat damit den besten Wert seit 17 Jahren erreicht. „Der Aufschwung im Euro-Raum wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen”, erklärt ifo-Chef Clemens Fuest. Allerdings dürfte sich das Tempo etwas abschwächen.

Das Konjunkturbild helle sich auf, die Unternehmen vertrauten wieder verstärkt der Politik ihrer jeweiligen Regierung, erklärt das Ifo-Institut. Politische Instabilität und Korruption wurden von den befragten Experten deutlicher seltener als wirtschaftliches Problem genannt, wohl aber fehlende Innovationen, der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften sowie eine stärkere Einkommensungleichheit.

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 Mega-Deal in der Chip-Industrie: Der US-Chiphersteller Broadcom (Frankfurt: 28425279.F - Nachrichten) bereitet ein Übernahmeangebot für den US-Chiphersteller Qualcomm in Höhe von mehr als 100 Milliarden US$ vor. Broadcom ist auf der Mobilfunkseite dünn besetzt und interessiert sich vor allem für Qualcomms 5G-Sparte. Hinter dem Deal steht der malaysische Investor Hock Tan. Tan hatte Broadcom 2015 für 37 Milliarden US$ erworben. Erst kürzlich übernahm die japanische Softbank (Swiss: SOFB.SW - Nachrichten) den Chiphersteller Arm für 32 Milliarden US$, während Intel (Euronext: INCO.NX - Nachrichten) den Produzenten Altera für 17 Milliarden US$ schluckte. Und Qualcomm selbst hat gerade erst 39 Milliarden US$ für NXP geboten.

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 Der Ölpreis hat ein neues Jahreshoch erreicht: Die US-Sorte WTI notiert zur Zeit bei 56,12 US$ pro Barrel und steht damit 25 Prozent höher als vor 12 Monaten. Brent hat im selben Zeitraum sogar um 35 Prozent zugelegt und kostet aktuell 62,66 US$ je Fass.

 

 Am Wochenende kam es in Saudi Arabien, dem (zusammen mit Russland) größten Produzenten von Rohöl, zu einer Säuberungswelle: Kronprinz Mohammed bin Salman hat in der Nacht zum Sonntag elf Mitglieder der Königsfamilie, vier Minister sowie Dutzende Staatsangestellte sowie den reichsten Mann des Landes, Prinz Al-Walid bin Talal, festnehmen lassen. Der Vorwurf: Korruption. Der 32-jährige bin Salman wird demnächst seinen Vater, König Salman, in der Thronfolge beerben und ordnet nun wohl im Vorfeld die Verhältnisse im Land.

 

Grafik: Finanzen.net

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Bitcoin explodiert: Sie wissen, dass die Blase bald platzt, wenn Ihr Zahnarzt oder Ihre Putzfrau mit ihnen über Kapitalanlagen sprechen. Dann ist es an der Zeit auszusteigen. Die Kryptowährung Bitcoin ist derzeit in aller Munde, was vor allem an der unglaublichen Kursentwicklung liegt: Seit Jahresbeginn hat sich der Preis für eine Einheit versiebenfacht. Dennoch liegt die Marktkapitalisierung von Bitcoin mit 105 Milliarden Euro „nur” auf Augenhöhe mit dem DAX-Wert Siemens (BSE: SIEMENS.BO - Nachrichten) . Alle Krypto-Währungen zusammen bringen es derzeit auf 200 Milliarden US$. Zum Vergleich: Alles Gold, das jemals gefördert wurde – geschätzte 186.000 Tonnen – hat heute einen Wert von ca. 7,2 Billionen Euro. Da wäre für Bitcoin theoretisch also noch etwas Luft nach oben. Also zumindest, wenn Sie ihrem Zahnarzt glauben …


 

Grafik: Coindesk

 

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(TG)