Früherer US-Verteidigungsminister Rumsfeld im Alter von 88 Jahren gestorben

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Donald Rumsfeld im Jahr 2004

Der ehemalige US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren im US-Bundesstaat New Mexico, wie seine Familie am Mittwoch mitteilte. Rumsfeld war von 1975 bis 1977 Pentagon-Chef und hatte das Amt dann nochmals von 2001 bis 2006 unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush inne. Er führte die USA in die Kriege in Afghanistan und im Irak.

Ex-Präsident Bush würdigte Rumsfeld als einen Mann "von Intelligenz, Integrität und fast unerschöpflicher Energie". Er habe sich nie davor gescheut, harte Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. "Wir trauern um einen vorbildlichen Staatsdiener und sehr guten Mann", fügte Bush hinzu. Rumsfeld Familie erklärte, er werde für seine "außergewöhnlichen Leistungen" im Dienste seines Landes in Erinnerung bleiben.

Rumsfeld diente in seiner politischen Karriere, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte, drei Präsidenten in führenden Positionen. Unter Richard Nixon war der Republikaner in den 1970er Jahren unter anderem Wirtschaftsberater sowie Nato-Botschafter in Brüssel, unter Gerald Ford wurde er der jüngste Verteidigungsminister der US-Geschichte. Später wechselte Rumsfeld dann in die Privatwirtschaft.

In seine zweite Amtszeit als Verteidigungsminister fielen die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington am 11. September 2001, die der Auslöser des US-Einsatzes in Afghanistan waren. Rumsfeld führte die USA 2003 auch in den umstrittenen Irak-Krieg. Er gehörte zu den treibenden Kräften der Invasion, die Washington vor allem mit der Existenz von Massenvernichtungswaffen rechtfertigte, die aber nie gefunden wurden.

Die Pläne für den Einmarsch in den Irak hatten 2002 zu einem Zerwürfnis in den transatlantischen Beziehungen geführt. Rumsfeld schmähte Deutschland und Frankreich, die sich an dem Einsatz nicht beteiligen wollten, damals als das "alte Europa". Später bezeichnete er beide Länder als "Problem".

In seinen 2011 veröffentlichten Memoiren verteidigte Rumsfeld die Entscheidung für den Einmarsch im Irak: "Dass die Region von der brutalen Diktatur Saddam Husseins befreit wurde, hat eine stabilere und sicherere Welt geschaffen."

Reue zeigte er hingegen im Zusammenhang mit den Fotos, welche die Misshandlung irakischer Gefangener durch US-Soldaten im Gefängnis Abu Ghraib dokumentierten. Er hätte zurücktreten müssen, als die Aufnahmen 2004 publik wurden, schrieb Rumsfeld. "Mehr als alles andere, das ich versäumt habe, bedaure ich, dass ich zu diesem Zeitpunkt nicht gegangen bin."

bfi/fs

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