Früherer US-Soldat in Ulm wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Haft verurteilt

37 Jahre nach der schweren Vergewaltigung einer damals 29-Jährigen hat das Landgericht Ulm am Dienstag einen früheren US-Soldaten zu einer Haftstrafe verurteilt. Der heute 65 Jahre alte Angeklagte soll wegen versuchten Mordes für acht Jahre ins Gefängnis, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag erklärte. Der Mann war nach Gerichtsangaben durch einen DNA-Test überführt und von den USA nach Deutschland ausgeliefert worden.

Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, eine damals 29 Jahre alte Frau im Oktober 1985 im baden-württembergischen Göppingen in einem Park mehrfach vergewaltigt zu haben. Zuvor hatte er sie demnach mit einem Messer bedroht. Nach der Tat stellte sich die Frau bewusstlos. Der Mann soll sie anschließend mit einem Ast mehrfach auf den Kopf geschlagen haben, um sie zu töten.

Als die Frau sich tot stellte, legte er sie in einen Straßengraben und bedeckte ihren Körper mit Ästen und Laub. Die Frau überlebte verletzt. Sie erlitt neben Rippenbrüchen unter anderem einen Trommelfellriss, Schürfwunden und Würgemale. Der nun 65-Jährige war nach Gerichtsangaben zur Tatzeit als Soldat der US-Streitkräfte in Göppingen stationiert.

Wie der Gerichtssprecher erklärte, forderte die Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren. Die Verteidigung ging davon aus, dass dem Angeklagten kein Tötungsvorsatz nachgewiesen werden könne, und beantragte daher, das Verfahren wegen Verjährung einzustellen. Während eine Vergewaltigung nach 20 Jahren verjährt, sieht das Strafgesetz für versuchten Mord keine Verjährung vor.

tbh/cfm