Früherer italienischer Linksextremist Battisti in Brasilien in Untersuchungshaft

Der italienische Schriftsteller und ehemalige Linksextremist Cesare Battisti ist in Brasilien in Untersuchungshaft genommen worden. Das entschied ein Richter im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, wie am Donnerstag aus Justizkreisen verlautete. Die Regierung in Rom hatte am Donnerstag bekräftigt, dass sie von den brasilianischen Behörden die Auslieferung des 62-Jährigen an Italien erreichen wolle. Battisti ist in seiner Heimat wegen mehrfachen Mordes verurteilt.

Der Schriftsteller bestreitet die Vorwürfe, die sich auf politische Morde Ende der 70er Jahre beziehen. Die Morde werden der linksextremistischen Gruppe Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus angelastet, deren Mitbegründer Battisti war.

Battisti war jahrelang in Mexiko und Frankreich auf der Flucht, bevor er 2004 nach Brasilien floh. 2007 wurde er in Rio de Janeiro festgenommen. Im Jahr 2011 kam er frei und erhielt er eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung für Brasilien. In Italien wird Battisti jedoch immer noch polizeilich gesucht, er befürchtet schon seit langem eine Überstellung an sein Heimatland.

Wie brasilianische und italienische Medien berichteten, forderte die italienische Regierung Brasilien in der vergangenen Woche auf, erneut eine Auslieferung nach Italien zu prüfen. Der konservative brasilianische Präsident Michel Temer habe erkennen lassen, dass seine Regierung dem Antrag stattgeben können. Am Mittwoch wurde Battisti in der Stadt Corumba an der Grenze zu Bolivien festgenommen.

Der Zeitung "O Globo" zufolge rechneten die brasilianischen Behörden damit, dass sich Battisti wegen der ihm drohenden Auslieferung nach Bolivien absetzen wollte. Dem Bericht zufolge hatte er bei seiner Festnahme 5000 Dollar (rund 4260 Euro) und 2000 Euro dabei. In Brasilien ist es untersagt, ohne vorherige Erklärung mehr als umgerechnet etwa 2700 Euro außer Landes zu bringen.