Früherer italienischer Linksextremist Battisti in Brasilien aus U-Haft entlassen

Der italienische Schriftsteller und ehemalige Linksextremist Cesare Battisti ist in Brasilien trotz eines Auslieferungsgesuchs seines Heimatlandes aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nach seiner Festnahme am Donnerstag in der an Bolivien grenzenden Stadt Corumba sei Battitisti nun freigekommen und in seinen Wohnort São Paulo zurückgekehrt, teilte Battistis Anwalt Marcio Palma am Samstag der Nachrichtenagentur AFP mit.

Die Regierung in Rom hatte am Donnerstag bekräftigt, dass sie von den brasilianischen Behörden die Auslieferung des 62-Jährigen an Italien erreichen wolle. Battisti war in seiner Heimat 1993 wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Schriftsteller bestreitet die Vorwürfe, die sich auf politische Morde Ende der 70er Jahre beziehen. Die Taten werden der linksextremistischen Gruppe Bewaffnete Proletarier für den Kommunismus angelastet, deren Mitbegründer Battisti war.

Battisti war jahrelang in Mexiko und Frankreich auf der Flucht, bevor er 2004 nach Brasilien floh. 2007 wurde er in Rio de Janeiro festgenommen. Im Jahr 2011 kam er frei und erhielt er eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung für Brasilien.

In Italien wird Battisti jedoch noch immer gesucht, er befürchtet schon seit langem eine Überstellung an sein Heimatland. Die aktuelle konservative Regierung von Staatschef Michel Temer hatte angekündigt, diese Möglichkeit zu prüfen.

Der Zeitung "O Globo" zufolge gingen die brasilianischen Behörden davon aus, dass sich Battisti wegen der ihm drohenden Auslieferung nach Bolivien absetzen wollte. Dem Bericht zufolge hatte er bei seiner Festnahme 5000 Dollar (rund 4260 Euro) und 2000 Euro dabei. In Brasilien ist es untersagt, ohne vorherige Erklärung mehr als umgerechnet etwa 2700 Euro außer Landes zu bringen.

Battisti wies aber den Vorwurf zurück, er habe außer Landes fliehen wollen. Vielmehr habe er Einkäufe machen wollen.