Früherer Generalbundesanwalt Harald Range gestorben

Der ehemalige Generalbundesanwalt Harald Range ist tot. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) zeigte sich am Donnerstag "sehr betroffen" über den Tod des 70-Jährigen. "Meine Gedanken sind bei seiner Frau und seinen Kindern - ihnen möchte ich mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken", erklärte sie in Berlin. Range starb Medienberichten zufolge am Dienstagabend an einem Herzinfarkt.

Range war von November 2011 bis September 2015 Generalbundesanwalt und wurde durch die Ermittlungen zum rechtsextremen NSU-Trio bundesweit bekannt. Als er gegen zwei Journalisten des Internetblogs Netzpolitik.org wegen Landesverrats ermittelte und dies auf Widerspruch beim damaligen Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) stieß, sprach er öffentlich von einem "unerträglichen Eingriff in die Unabhängigkeit der Justiz". Maas veranlasste daraufhin die Versetzung Ranges in den einstweiligen Ruhestand.

Der amtierende Generalbundesanwalt Peter Frank und die Mitarbeiter der Bundesanwaltschaft betrauerten den plötzlichen Tod Ranges ebenfalls. Frank zufolge war es Range "eine persönliche Verpflichtung, für die Belange des Rechtsstaats vorbehaltlos einzutreten".

Range begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 1975 in der niedersächsischen Justiz und übernahm 2001 die Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Als Generalbundesanwalt richtete er dann nach möglichen elektronischen Angriffen fremder Geheimdienste ein Ermittlungsreferat zur "Cyberspionage" ein.

Von 2002 bis Ende 2006 war Range deutscher Vertreter in der Konferenz der europäischen Generalstaatsanwälte des Europarats und des Consultative Council of European Prosecutors, deren Präsident er von 2004 bis 2008 war. Von 2013 bis 2014 war er Präsident des Netzwerks der Generalstaatsanwälte und vergleichbarer Institutionen der obersten Gerichtshöfe der Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) würdigte Range als "eine der großen Persönlichkeiten der niedersächsischen, aber auch der deutschen Justiz insgesamt". "Er war ein Jurist mit festen Prinzipien", erklärte sie in Hannover. Der Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig erklärte, Range habe "der Justiz in ganz Deutschland einen großen Dienst geleistet".