Früherer Arbeitsminister Blüm nennt Spahns Hartz-IV-Aussagen "herzlos"

Der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm hat die Aussagen des neuen Gesundheitsministers Jens Spahn (beide CDU) über Hartz IV scharf kritisiert. "Sie sind herzlos, und sie sind ohne Empathie mit denjenigen, die Hartz IV empfangen müssen", sagte der 82-Jährige in der RTL-Sendung "stern TV" am Mittwochabend. Er befürchte, dass sich Menschen, die von der Stütze leben, durch solche Aussagen ausgeschlossen fühlten.

"Was ich am meisten bedaure, ist, dass sich viele Hartz-IV-Empfänger durch solche sozialbürokratischen, eiskalten Bemerkungen diskriminiert fühlen", sagte Blüm weiter. Vergangene Woche hatte Spahn mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut.

Dagegen sagte Blüm nun: "Armut beginnt nicht, wenn du kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen hast. Das Problem ist, wenn Du ausgeschlossen wirst oder keine Chancen hast. Und viele dieser Hartz IV-Empfänger fühlen sich ausgeschlossen." Wenn denjenigen, die sich anstrengten, auch noch vorgeworfen werde, sie seien faul oder arbeitsunwillig, "dann fügen wir dem materiellen Mangel auch noch die öffentliche Verachtung hinzu", warnte der ehemalige Bundesarbeitsminister.