Frühere US-Präsidenten außer Trump werben für Corona-Impfung

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Ex-Präsidenten Obama, Bush und Clinton

Alle lebenden früheren US-Präsidenten mit Ausnahme von Donald Trump haben in einem Video für Corona-Impfungen geworben. In dem am Donnerstag veröffentlichten einminütigen Clip rufen Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter die US-Bürger auf, sich im Kampf gegen die Pandemie impfen zu lassen. Gezeigt werden zudem Fotos, wie die Ex-Präsidenten und ihre Ehefrauen ihre Spritze erhalten.

"Diese Impfung bedeutet Hoffnung", sagt Obama in dem Video mit dem Motto "Es hängt von euch ab", mit dem die Ex-Präsidenten gegen Impfskepsis ankämpfen. "Es wird euch und jene, die ihr liebt, vor dieser gefährlichen und tödlichen Krankheit schützen."

Während der 74-jährige Clinton sagt, er wolle wieder normal arbeiten und sich frei bewegen können, freut der gleichaltrige Bush sich schon darauf, als Zuschauer wieder "in einem vollen Stadion" einem Spiel des Baseballteams Texas Rangers beiwohnen zu können.

"Ich lasse mich impfen, weil wir wollen, dass diese Pandemie so bald wie möglich endet", sagt schließlich der mit 96 Jahren älteste lebende frühere US-Präsident Carter, der von 1977 bis 1981 im Weißen Haus saß.

Auffallend, aber wenig überraschend ist die Abwesenheit von Ex-Präsident Trump und seiner Ehefrau Melania in dem Video. Das Paar hatte sich im Januar vor Trumps Ausscheiden aus dem Präsidentenamt still und heimlich im Weißen Haus impfen lassen, was erst Wochen später bekannt wurde.

Trump sorgte dann am Mittwoch mit einer bizarren Erklärung für Stirnrunzeln, in der er die Erfolge der laufenden Impfkampagne für sich in Anspruch nahm. "Ich hoffe, dass alle sich daran erinnern, wenn sie gegen Covid-19 (oft China-Virus genannt) geimpft werden, dass wenn ich nicht Präsident gewesen wäre, sie diesen schönen 'Schuss' erst in fünf Jahren bekommen hätten, wenn überhaupt, und ihn wahrscheinlich nie bekommen würden. Ich hoffe, alle erinnern sich daran!"

Trump hatte im Kampf gegen Corona früh die Entwicklung von Impfstoffen massiv gefördert, was ihm auch Kritiker zugute halten. Allerdings wird sein ansonsten teils erratisches Krisenmanagement für die verheerenden Auswirkungen des Coronavirus in den USA mitverantwortlich gemacht: Seit Beginn der Pandemie sind schon rund 530.000 Menschen in den USA an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, die mit Abstand höchste Zahl weltweit.

Die zunächst schleppend gestartete Impfkampagne hat inzwischen rasant an Fahrt aufgenommen. Mehr als 62 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfdosis erhalten, das entspricht knapp einem Viertel der erwachsenen Bevölkerung. Allerdings herrscht in Teilen der Bevölkerung - unter anderem bei Trump-Anhängern - große Skepsis gegenüber den neuen Impfstoffen.

fs/ju