Wie ein fränkischer Bürgermeister den Bevölkerungsschwund bekämpft

Marco Fieber
Bürgermeister Wolfgang Borst an seinem Schreibtisch im Rathaus von Hofheim in Unterfranken.

Der Blick streift über Wiesen und frisch bestellte Felder. Dazwischen strecken sich immer wieder kleine Wäldchen empor. In unregelmäßigen Abständen wippen Hügel auf und ab.

Gerade Touristen schätzen die Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit des Hofheimer Landes, einer Region zwischen Schweinfurt und Bamberg, direkt an der Grenze zu Thüringen. Doch die Orte dort haben ein Problem: Junge Menschen verlassen die Gegend in Scharen, die Alten sterben weg. 

“2006 kam das Thema Demografie auf den Tisch”, erinnert sich Wolfgang Borst, Bürgermeister von Hofheim in Unterfranken. Die Experten prognostizierten für den Regierungsbezirk einen Bevölkerungsrückgang von etwa 10 Prozent innerhalb von 20 Jahren. “Hier, in der Peripherie und an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, rechneten sie gar mit 15 Prozent Rückgang”, erinnert sich Borst. 

► Zum Vergleich: In Südbayern soll die Bevölkerung hingegen um mehrere Prozent wachsen.  

Doch seit nunmehr zehn Jahren stemmt sich der CSU-Politiker gegen den Trend – und sorgt mit einer Reihe von Gegenmaßnahmen nicht nur deutschlandweit, sondern sogar in Ostasien für Aufsehen.

Das Ortseingangsschild von Hofheim in Unterfranken

“Nur wenn sich der gesamte Ort einbringt, sind wir erfolgreich”

Wer Borst in seinem Büro besucht, der sieht zuerst den massiven Schreibtisch, übersäht mit Unterlagen. Auch auf dem Besprechungstisch, an den er bittet, stapeln sich die Papiere.

Borst ist offensichtlich vielbeschäftigt. Trotzdem nimmt er sich die Zeit, um das Konzept, sein Konzept gegen den Bevölkerungsschwund zu erklären. 

Als er damals die Zahlen zur Abwanderung sah, war für ihn klar: “Ich muss etwas tun. Gerade im nördlich Teil unseres Landkreis – mit einer noch schlechteren Infrastruktur – wird die Demografie hart zuschlagen.”

Die...

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