Fortuna-Boss: Grenzen im "Rattenrennen" überschritten

Jens Tampier

Seit dem 16. April 2019 hat Thomas Röttgermann als Vorstandsvorsitzender bei Fortuna Düsseldorf die Zügel in der Hand - mit Erfolg. Der Verein hat auch dieses Jahr noch alle Chancen auf den direkten Klassenerhalt.

Die Coronakrise trifft aber auch die Fortuna hart, was Röttgermann zu einem brisanten Vorschlag antrieb.

Im SPORT1-Interview spricht der 59-Jährige über die Einführung einer Gehaltsobergrenze und die Auswirkungen des Coronavirus auf den Profifußball.


Röttgermann fordert Umdenken statt Mitmachen "Rattenrennen"

Das Motto "immer höher, immer weiter" erzürnt den gebürtigen Schweinfurter vor allem in Bezug Gehälter und Ablösen.

"Das Mitmachen im Rattenrennen hat immer die Vereine in Schwierigkeiten gebracht. Und jetzt sind die Probleme so groß, dass Grenzen überschritten worden sind", erklärt Röttgermann: "Das ist der Punkt, an dem man nachdenken muss – vor allem deswegen, weil es eben nicht nur einzelne Vereine betrifft, sondern alle Vereine in Deutschland, alle Vereine in Europa. Darum müsste eigentlich in jeder Liga und bei jedem Verein die Erkenntnis da sein, dass wir dieses Thema anpacken müssen."

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Corona: "Kein Verein profitiert von dieser Pause"

Dass ein Klub Profit aus der Corona-Pause schlagen kann, glaubt der Vorstandsvorsitzende nicht.

"Kein Verein wird von dieser Pause profitieren, weil sie niemand freiwillig gemacht hat und weil sie auch immer zu Einschränkungen führt. Man trainiert nicht vernünftig, man macht sich Gedanken – auch die Spieler machen sich Gedanken, welche Risiken sie eingehen und ob etwas gut oder schlecht ist", erklärt Röttgermann.


Bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs warnt der 59-Jährige vor zu hohen Erwartungen: "Nach meiner Auffassung werden wir keine guten Fußballspiele sehen, weil die Rahmenbedingungen einfach nicht gut sind."