Forschungs-Durchbruch: Krebsdiagnose bald per Bluttest?

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Der britische Gesundheitsdienst NHS stellt die Weichen für einen neuen Bluttest, der angeblich mehr als 50 verschiedene Krebsarten nachweisen kann. Das berichtet die Tageszeitung 'The Guardian'. Eine Studie habe die Eignung für eine groß angelegte Testreihe nachgewiesen.

Der Test wurde von der US-Firma Grail entwickelt und soll sogar solche Krebsarten aufspüren können, die im Frühstadium in der Regel schwer auszumachen sind, darunter Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und einige Blutkrebsarten.

Studienleiter Dr. Eric Klein vom Glickman Urological and Kidney Institute in Cleveland, Ohio, erhofft sich mehr Früherkennung. "Krebs im Frühstadium zu entdecken, wenn eine Behandlung eine größere Aussicht auf Erfolg hat, ist eine der größten Chancen die wir im Kampf gegen den Krebs haben", so der Wissenschaftler. "Die Daten deuten darauf hin, dass dieser Test neben den herkömmlichen Reihenuntersuchungen enorme Fortschritte darstellt für die Diagnose mehrerer Krebsarten und für die Gesundheit der Menschen."

Eine Reihenuntersuchung, die lediglich eine Blutabnahme erfordert, so Klein weiter, sei besonders geeignet in Gegenden, deren Versorgung mit medizinischem Gerät unzureichend ist. Der Test sei ein gewaltiger Fortschritt.

Der Test untersucht die DNA, die von Tumoren ins Blut abgegeben wird, und konzentriert sich dabei auf chemische Veränderungen der DNA, so genannte Methylierungsmuster. Die Wissenschaftler testeten die Genauigkeit in einer Studie mit 3.537 Teilnehmern. 2.823 davon hatten eine Krebserkrankung, 1.254 waren gesund. In lediglich 0,5 Prozent aller Fälle wurde fälschlich Krebs angezeigt. Insgesamt identifizierte die Blutabnahme 51,5 Prozent aller Krebsfälle korrekt, über sämtliche Stadien der Erkrankung hinweg. Zudem konnte der Test in 88,7 Prozent aller Fälle anzeigen, wo sich der Krebs befindet.

Ganz frühe Stadien wurden allerdings seltener angezeigt: Hier schlug der Test gerade einmal in 16,8 Prozent aller Fälle an, während im vierten Stadium über 90 Prozent gefunden wurden.

Ein Pilotprojekt im NHS mit 140.000 Teilnehmern soll im Herbst anlaufen, Ergebnisse werden 2013 erwartet.

Professor Peter Johnson, der im NHS für die Krebsbehandlungen zuständig ist, zeigte sich zuversichtlich, dass der Gesundheitsdienst damit das Ziel erreichen könne, drei Viertel aller Krebsarten im Frühstadium aufzudecken: "Die Daten sind vielversprechend und wir arbeiten mit Grail an (entsprechenden) Studien."

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