Forschung an Corona-Impfstoff drückt Biontech tiefer in rote Zahlen

Marc MUDRAK
·Lesedauer: 2 Min.
Laborarbeiten
Laborarbeiten

Die intensiven Forschungen an Corona-Impfstoffen haben das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech tiefer in die Verlustzone gedrückt. Von Juli bis September belief sich der Nettoverlust auf 210 Millionen Euro, wie die Firma am Dienstag auf einer virtuellen Pressekonferenz bekanntgab. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte das Minus 30,1 Millionen Euro betragen. Insgesamt beträgt der Verlust demnach in diesem Jahr bis September 351,7 Millionen Euro.

Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten am Montag weltweit mit der Mitteilung für Schlagzeilen gesorgt, dass ein von ihnen entwickelter Impfstoffkandidat in der großangelegten klinischen Zulassungsstudie einer ersten Auswertung zufolge Coronainfektionen zu 90 Prozent verhindere. Sie wollen demnach bald eine beschleunigte Zulassung in den USA beantragen.

Biontech-Chef Ugur Sahin zeigte sich deshalb zuversichtlich für die weitere Geschäftsentwicklung. "Die gestrige Veröffentlichung der ersten Zwischenanalyse aus unserer globalen Phase 3-Studie für unseren Impfstoffkandidaten BNT162 gegen Covid-19 ist ein Wendepunkt, sowohl für unser Unternehmen als auch für die Innovation in der Wissenschaft", sagte Sahin. "Diese Daten bringen uns einer möglichen Lösung für die aktuelle globale Pandemie einen Schritt näher."

An der US-Börse erhielt die Biontech-Aktie vor dem Hintergrund der Studienergebnisse am Dienstag weiter starken Auftrieb. Der Kurs stieg im New Yorker Technologie-Index Nasdaq nach Handelsbeginn zunächst um mehr als fünf Prozent zum Schlusskurs vom Vortag. Am Montag hatte die Aktie infolge der Impfstoff-Ankündigung bereits einen massiven Kurssprung verzeichnet. 

Biontech war im Jahr 2008 gegründet worden. Vor zwei Jahren schloss das Mainzer Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit Pfizer, die im März dieses Jahres angesichts der Corona-Pandemie auf die Suche nach einem Impfstoff ausgeweitet wurde. Für die Forschungen erhielt Biontech Hilfen der Bundesregierung in Höhe von 375 Millionen Euro. 

muk/ilo