Forscher wollen ausgestorben geglaubte Riesenschildkröten nachzüchten

Galapagos-Riesenschildkröten einer bereits für ausgestorben gehaltenen Art sollen nachgezüchtet werden, um die Insel Floreana wieder mit ihnen zu besiedeln

Galapagos-Riesenschildkröten einer bereits für ausgestorben gehaltenen Art sollen nachgezüchtet werden, um die Insel Floreana wieder mit ihnen zu besiedeln. Wie der Nationalpark der Galapagos-Inseln vor der Westküste Ecuadors am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte, wurden dafür bereits 32 Riesenschildkröten ausgewählt, von denen 19 als Nachfahren der fraglichen Art mit dem wissenschaftlichen Namen Chelonoidis nigra identifiziert worden seien.

Die Nachzüchtung werde zunächst in Gefangenschaft erfolgen, erläuterte der Direktor der Nachzüchtungsinitiative GTRI, Washington Tapia. Im Erfolgsfall könnten die nachgezüchteten Schildkröten dann wieder die zu den Galapagos-Inseln zählende Insel Floreana besiedeln, auf der diese Art vor 150 Jahren ausgelöscht wurde.

Die Nachzüchtungen werden laut Tapia genetisch nicht vollständig mit den ausgerotteten Schildkröten übereinstimmen. Allerdings gebe es in dem genetischen Material, das in den Jahren 2008 und 2015 bei Expeditionen zum Vulkan Wolf auf der Galapagos-Insel Isabela gesammelt worden sei, sicher "irgendeinen reinen Vorfahren" der Art Chelonoidis nigra.

Insgesamt sind 15 Arten der Galapagos-Riesenschildkröten wissenschaftlich erfasst, seitdem 2015 die Art Chelonoidis donfaustoi entdeckt wurde. Von den 15 Arten sind drei ausgestorben. Die Art Chelonoidis nigra wurde auf der Insel Floreana ausgelöscht, als Walfänger diese Schildkröten massenhaft als Nahrung auf ihre Schiffe verluden. Einige von ihnen setzten sie an den Hängen des Vulkans Wolf aus.