Forscher warnen: Ibuprofen kann bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen

Kein harmloser Schmerzkiller: Bei der Einnahmen von Ibuprofen drohen Nebenwirkungen. (Bild: AP Photo)

Das Schmerzmittel Ibuprofen habe dramatische Nebenwirkungen. Einer aktuellen Studie zufolge soll die Fruchtbarkeit bei Männern, die das Medikament nehmen, eingeschränkt sein. Es wirke sich negativ auf das Sexualhormon Testosteron aus.

Vorgestellt wurden die Erkenntnisse des internationalen Forscherteams im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“. An der Studie nahmen 31 Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren teil. 14 Männer bekamen über einen Zeitraum von sechs Wochen 600 Milligramm Ibuprofen verabreicht, während die anderen 17 Probanden ein Placebo einnahmen.

Schon nach zwei Wochen konnten die Wissenschaftler Veränderungen feststellen. Ibuprofen soll sich demnach negativ auf die Hormonproduktion in den männlichen Keimdrüsen auswirken. Bei den Probanden, die mit dem Wirkstoff behandelt wurden, stieg der Spiegel des luteinisierenden Hormons, das die Fortpflanzung regelt. Folge: Das Sexualhormon Testosteron steigt so sehr an, dass die reproduktive Leistungsfähigkeit beeinträchtigt wird.

Das Geschäft mit der künstlichen Befruchtung wächst. (Bild: Getty Images)

Die Wissenschaftler geben eine klare Entwarnung, wenn die Schmerzmittel nur kurzfristig eingenommen werden. Dadurch würden keine langfristigen Schäden im menschlichen Körper entstehen. Kritisch sei lediglich eine Medikation über längere Zeiträume.

Bereits in der Vergangenheit konnten Wissenschaftler gesundheitsschädigende Auswirkungen von Ibuprofen feststellen. So kann das Schmerzmittel zu Magenblutungen und -geschwüren führen, Nierenschäden verursachen und Herzinfarkte auslösen. Zudem bringen Forscher auch immer wieder Asthma und Allergien mit Ibuprofen in Verbindung. Bei schwangeren Frauen, die Ibuprofen einnehmen, soll sich der Wirkstoff schädigend auf die Hoden männlicher Babys auswirken.

Laut dem Fachmagazin „Human Reproduction Update“ ist die Fruchtbarkeit bei Männern aus Europa und anderen westlichen Ländern in den letzten 40 Jahren massiv zurückgegangen. Die Spermienzahl pro Milliliter Samenflüssigkeit sei um mehr als 50 Prozent gesunken. Eine konkrete Ursache für dieses Phänomen können Wissenschaftler bis heute nicht benennen. Vermutlich spielt hier auch Ibuprofen eine Rolle.

In Deutschland ist Ibuprofen Spitzenreiter unter den Schmerzmitteln. 2013 hat der Wirkstoff mit 71 Millionen verkauften Packungen den bisherigen Marktführer Aspirin von der Spitze der meistgekauften Schmerzmittel verdrängt.