Forscher: Legasthenie bald heilbar?

Weltweit sollen rund 700 Millionen Menschen davon betroffen sein: Legasthenie, auch in manchen Fällen als Dyslexie bezeichnet.

Diese Lese-Rechtschreib-Störung wird vor allem im Einschulungsalter diagnostiziert. Die Betroffenen können Texte nicht flüssig vorlesen, verrutschen in der Zeile oder vertauschen die Buchstaben. Das führt bei vielen Kindern zu Verspätungen im Lernprozess. Dies hat auf keinen Fall etwas mit intellektuellen Fähigkeiten zu tun.

Französische Forscher der Universität in Rennes haben jetzt eine mögliche Ursache für die Störung gefunden: Diese soll sich laut Studie im menschlichen Auge, in der Netzhaut, befinden. Dort liegen die empfindlichen Lichtzellen.

Wenn diese Zellen in beiden Augen unsymmetrisch angeordnet sind, liege keine Legasthenie vor. Das Signal eines Auges wird von dem anderen überlagert, die Person könne dann beispielsweise ein “B” von einem “D” unterscheiden.

Sollten die Lichtzellen im linken und im rechten Auge aber symmetrisch angeordnet sein, könne das Gehirn sich zwischen den beiden nicht entscheiden, sagen die Forscher Guy Ropars und Albert le Floch. Das empfangene Bild spiegelt sich im Gehirn, es kommt zu Lesestörungen. “Die Asymmetrie ist notwendig, um das gespiegelte Bild zu löschen, das das normale Lesen behindert”, sagt Ropars.

Eine mögliche Behandlung?

Mit einer schnell flackernden LED-Lampe wollen die Wissenschaftler die Fehlbildung im Auge eines Legasthenikers korrigieren. Legastheniker hätten nach Anwendung von einer “Wunder-Lampe” gesprochen. Diese müsste allerdings noch mehr und über einen längeren Zeitraum getestet werden.

Dyslexie-Organisationen in Frankreich betrachten diese jüngste Studie mit Vorischt: In der Vergangenheit wurden bereits mehrere anatomische Gründe für die Krankheit genannt.

Ein Teil der Studie auf Englisch gibt es hier. (Quelle: The Royal Society)