Forscher haben ausgerechnet, dass schwule Männer in Deutschland im Schnitt weniger verdienen

Jessica Dawid
Schwules Paar

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein wichtiges Thema  nicht nur in der Politik, sondern auch im Arbeitsleben und im Alltag. Viele Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, weil Frauen statistisch gesehen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Im Schnitt erhalten sie 20 Prozent weniger Lohn und das trotz gleicher Leistung.

Eine neue Studie zeigt nun, dass nicht nur Frauen von der sogenannten „Pay Gap“ betroffen sind  auch homosexuelle Männer bekommen ein geringeres Gehalt als ihre heterosexuellen Kollegen.

Schwule verdienen im Schnitt 2,40 Euro weniger pro Stunde 

Forscher des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) werteten für ihre Untersuchung Daten des Sozioökonomischen Panels aus. Etwa 40.000 Menschen werden hierfür jedes Jahr befragt — unter anderem zu ihrem Beruf, ihrem Lohn, aber auch zu ihrer sexuellen Orientierung. Für ihre Studie beachteten Forscher des DIW die Unterschiede zwischen Bildung, Berufserfahrung, Arbeitsposition und Arbeitsmodell. Was sie herausfanden: Während heterosexuelle Männer durchschnittlich 18 Euro die Stunde verdienen, verdienen Schwule gerade einmal 16,40 Euro die Stunde also deutlich weniger. 

Schwule ergreifen tendenziell andere Berufe, als Heterosexuelle 

Trotz des großen Unterschiedes bei der Vergütung, sind die Ergebnisse der Studie uneindeutig: Dass der geringere Verdienst von schwulen Männern der Diskriminierung geschuldet sein soll, kann nicht bewiesen werden. Wahrscheinlicher ist es nach Ansicht der Forscher, dass Schwule tendenziell andere Berufe ausüben als heterosexuelle Männer. Wie die Forscher herausfanden, entscheiden sich Lesben, Schwule und Bisexuelle wesentlich häufiger für Berufe im Gesundheits-, Sozial- und Erziehungswesen, sowie Berufe in der Medienbranche. Im produzierenden Gewerbe sind sie hingegen im Schnitt seltener anzutreffen.

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