Forscher entfernen erstmals defektes Gen aus menschlichen Embryonen

Erstmals haben Forscher ein für eine Erbkrankheit verantwortliches defektes Gen aus menschlichen Embryonen entfernt. Gegen die Arbeit der Wissenschaftler der Oregon Health and Science University gibt es ethische Bedenken

Erstmals haben Forscher ein für eine Erbkrankheit verantwortliches defektes Gen aus menschlichen Embryonen entfernt. Die Arbeit der Wissenschaftler der Oregon Health and Science University wurde am Mittwoch in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht. Was ein bedeutender Schritt im Kampf gegen Erbkrankheiten sein könnte, ist ethisch umstritten.

Die Forscher aus den USA, China und Südkorea benutzten die sogenannte Genschere namens CRISPR-Cas9. Mit dieser entfernten sie das defekte Gen und ersetzten es durch einen fehlerfreien DNA-Abschnitt. Die für die Studie benutzten Embryonen wurden für reine Forschungszwecke genutzt, sie wurden nur einige Tage lang im Labor wachsen gelassen.

In dem konkreten Fall ging es um eine erbliche Herzkrankheit. Die Forscher nahmen die Eizellen von gesunden Frauen und befruchteten sie mit dem Sperma eines Mannes mit dem Gendefekt. Zugleich setzten sie die Genschere ein. Bei 72 Prozent der Embryonen gelang es, den Fehler zu entfernen. Ziel sei es, auf 90 oder sogar 100 Prozent zu kommen, sagte der Co-Autor Shoukhrat Mitalipov.

Die Methode könne "potenziell dazu dienen, die Vererbung von genetischen Krankheiten auf die nächsten Generationen zu verhindern", sagte Paula Amato, Mitautorin der Studie. Jedoch seien weitere Studien, aber auch eine ethische Debatte nötig, bevor es klinische Versuche geben könne.

Genetische Veränderungen sind hochumstritten, weil Kritiker befürchten, dass in Zukunft "Designerbabys" mit bestimmten Merkmalen "bestellt" werden können.