Mit Barack-Obama-Video: Forscher demonstrieren neue Art der Bildmanipulation

Anhand zweier Videos von Barack Obama präsentieren Forscher neue Möglichkeiten in Sachen Bildmanipulation. (Bild: AP Photo/Markus Schreiber)

Wissenschaftler der Universität im US-amerikanischen Washington haben ein neues Videotool entwickelt, mit dem man die Gesichtszüge von Videos unauffällig mit einer anderen Audio-Quelle anpassen kann.

Gerade in Zeiten von „Fake News“ wirkt eine Erfindung wie diese nahezu bedrohlich: Dank eines neuen Video-Tools, an dem Forscher der Washington University arbeiten, lässt sich Bild- und Tonmaterial derart unauffällig miteinander kombinieren, dass es möglich scheint, Menschen künftig nahezu alles in den Mund zu legen. Das neue Tool synchronisiert nämlich die Lippenbewegungen des Zielvideos mit dem Audio-Ausgangsmaterial. Ein Video demonstriert diese neue Technik anhand mehrerer Interviews mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.

Die Erklärung der Wissenschaftler: „Mit einem bestehenden Audiofile von Präsident Barack Obama erstellen wir ein High-Quality-Video von ihm mit akkuraten Lippenbewegungen, die wir in ein Ziel-Videofile mischen. Mehrere Stunden lang mit diesem Videomaterial seiner wöchentlichen Ansprache trainiert, lernt ein rekurrentes neuronales Netz die Zuordnung von rohen Audio-Eigenschaften und Mundbewegungen. Anhand der Mundbewegungen zu spezifischen Zeiten stellen wir hochqualitative Mundstrukturen her und kombinieren es mit 3D-Pose-Matching […]
Unser Zugang produziert fotorealistische Resultate“.

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Bald schon könnte dieses intelligente System dafür benutzt werden, Fake-Videos in jeder erdenklichen Art zu produzieren. „Vielleicht könnte ein einziges universales Netzwerk mit Videos verschiedener Menschen trainiert werden und später auf individuelle Sprecher konditioniert werden, in dem man ihm Videosamples derjenigen Person gibt, sodass es später akkurate Mundbewegungen für diese Person produziert“, so das Wissenschaftlerteam.

Noch ist dieses Video-Tool für die breite Öffentlichkeit nicht verfügbar – wie problematisch diese Möglichkeiten in medialen Zeiten sind, in denen die Grenze zwischen tatsächlichen und „alternativen“ Fakten mehr und mehr infrage gestellt wird, ist aber durchaus offensichtlich.

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