Formel 1: Vettel über Bottas: "Zu 100 Prozent ein Frühstart"

Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas sorgte mit seinem Start beim Großen Preis von Österreich für Aufregung. Sebastian Vettel sah darin einen Frühstart, doch die Rennleitung in Spielberg entschied anders.

Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas sorgte mit seinem Start beim Großen Preis von Österreich für Aufregung. Sebastian Vettel sah darin einen Frühstart, doch die Rennleitung in Spielberg entschied anders.

"Das war zu 100 Prozent ein Frühstart", sagte Vettel vor der Siegerehrung zum Drittplatzierten Daniel Ricciardo.

Schon während des Rennens forderte der Ferrari-Pilot sein Team auf, bei den Stewards wegen des schnellen Starts von Bottas nachzuforschen. Und in der Tat untersuchten die Kommissare den Vorfall, kamen nach langer Überlegungszeit aber zu einem Freispruch.

Laut FIA-Zahlen benötigte Bottas 0,2 Sekunden Reaktionszeit bei seinem Start. Vettel betätigte nach 0,369 Sekunden das Gaspedal. Die TV-Aufnahmen zeigten derweil, dass Bottas losrollte, bevor die roten Ampeln ausgingen.

Bottas im Toleranzbereich

Trotzdem war sich Bottas nach dem Rennen, das er ohne viel Mühe gewann, keiner Schuld bewusst. "Es war der perfekteste Start meines Leben", freute sich der Finne.

Und auch Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda erklärte bei RTL: "Das Licht geht aus und er fährt los - also was ist da falsch? Sebastians Jammerei verstehe ich nicht, denn das war eindeutig. Und wenn er nicht bestraft wird, dann muss er wissen, dass es korrekt war."

Die Problematik: Das Messsystem der FIA hat gewisse Toleranzbereiche, weil minimale Bewegungen der Autos vor dem Start nicht unüblich sind. Exakt in diesem Spektrum hat sich Bottas offenbar bewegt, bevor die Ampellichter erlöschten. Laut auto, motor und sport spricht die FIA von 0,06 Sekunden. Die FIA selbst erklärte, dass das System seit 20 Jahren "extrem zuverlässig" funktioniere.

"Das war wohl ein Grenzfall", meinte Sky-Experte Marc Surer: "Ich meine, wenn sie nichts gemacht haben, wird es nach ihrem Messinstrument okay sein. Sonst würde die FIA eingreifen müssen."

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