Formel 1: Vertreter von Mercedes und FIA überfallen

SID
Formel 1: Vertreter von Mercedes und FIA überfallen

Im Vorfeld des Formel-1-Rennens in Sao Paulo sind Vertreter des Weltmeister-Teams Mercedes und des internationalen Automobil-Verbandes FIA überfallen worden. Die Vorfälle ereigneten sich am Freitagabend bei der Rückfahrt von der Strecke in Sao Paulo zu den Hotels, das bestätigten Sprecher von Mercedes und der FIA. Dabei wurde niemand verletzt. In der Nacht zum Rennsonntag gab es zudem offenbar den Versuch eines Überfalls auf einen Bus des Sauber-Teams.
"Mitglieder meines Teams wurden hier an der Strecke mit vorgehaltener Waffe gestoppt", schrieb Mercedes-Pilot Lewis Hamilton bei Twitter: "Es fielen Schüsse, einem hielten sie die Waffe an den Kopf. So etwas passiert hier in jedem einzelnen Jahr. Die Formel 1 und die Teams müssen mehr tun, es gibt keine Entschuldigungen!"
Beim Angriff auf den Teambus der Silberpfeile waren acht Insassen betroffen. Der Wagen hatte gegen 22.00 Uhr das Gelände des Autodromo Jose Carlos Pace verlassen und wurde nur wenig später gestoppt, einige mussten das Auto verlassen. Die Kriminellen erbeuteten Wertsachen.
Schon gegen 20.00 Uhr waren der Sprecher der FIA und seine Begleiter in einen ähnlichen Vorfall verwickelt, konnten aber fliehen. Die Angreifer hatten versucht, die Scheiben des Autos einzuschlagen, der gepanzerte Wagen hielt allerdings stand. Schüsse fielen nicht. Am Sonntagmorgen berichteten dann Mitarbeiter des Sauber-Rennstalls von einem Rammstoß gegen ihren Bus, der auf diese Weise gestoppt werden sollte.
Die Polizei erhöhte angesichts der Vorfälle ihre Präsenz um die Strecke im Laufe des Wochenendes weiter. "Es sah aus, als sei Bürgerkrieg, so viele Einsatzkräfte waren unterwegs", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.
Die FIA hatte am Samstagabend mit einem Hinweis an die Medienvertreter reagiert. Diese sollten sich außerhalb der Strecke möglichst nicht als Gäste der Formel 1 erkennbar machen. So sollten Akkreditierungen abgelegt und Parkaufkleber von den Autos entfernt werden. TV-Teams wurde empfohlen, ihre Arbeitskleidung gegen Zivilkleidung zu tauschen.
Derartige Überfälle waren schon in der Vergangenheit keine Seltenheit rund um das Rennen in Brasilien. Besonderes Aufsehen erregte im Jahr 2010 der Fall des damaligen McLaren-Piloten Jenson Button, zu dem Zeitpunkt amtierender Weltmeister. Dem Fahrer des Briten war trotz des Staus rund um die Strecke die Flucht gelungen, als mehrere Bewaffnete sich dem Auto genähert hatten.