Formel-1-Talent flippt am Boxenfunk völlig aus

Martin Hoffmann, Sportinformationsdienst

Wer bei einem Motorsport-Rennen in den Boxenfunk spricht, der weiß, dass das keine Privatangelegenheit bleibt.

Bei der Formel 1 werden die Funksprüche im TV übertragen, in der Formel 2 (LIVE auf SPORT1+) ist es nicht anders: Jeder kann hören, wenn ein Fahrer dort die Fassung verliert.

Das indische Talent Arjun Maini, Entwicklungsfahrer bei Haas in der Königsklasse und Stammpilot bei Trident in der Formel 2, muss sich dessen bewusst gewesen sein. Es war ihn in diesem Moment allerdings völlig egal: Ohne Rücksicht auf sich und sein Team flippte er beim Sprintrennen in Le Castellet im Gespräch mit seinen Verantwortlichen völlig aus.

"Ihr Typen unterstützt mich kein bisschen"

"Ich schwöre euch, ihr Typen unterstützt mich kein bisschen", fluchte der 20-Jährige, hörbar aufgewühlt und unter ständiger Verwendung des F-Worts: "Ich mache alles, verf***t nochmal alles, in jeder verf***ten Session. Das könnt ihr mir nicht antun, Leute, ich habe keine Power, wenn ich aus der Kurve komme, warum glaub mir keiner verf***t noch mal?"

Es folgt der Höhepunkt der Tirade, Maini bekundet: "Ich will in dieser Serie nicht mehr fahren!"

Maini wurde bei dem Rennen Zehnter, offensichtlich war er der Meinung, ein weit besseres Resultat erzielen können, hätte er bessere Unterstützung durch sein Team gehabt. Maini beklagt Berichten zufolge seit längerem über technische Probleme und dass sein Input von den Verantwortlichen nicht angenommen wird.

Bereits am Vortag hatte Maini über Motorenprobleme berichtet.


Maximilian Günther ohne Punkte

Seinen ersten Saisonsieg feierte am Sonntag der Niederländer Nyck de Vries (Prema) vor dem Schweizer Louis Deletraz (Charouz) und Luca Ghiotto aus Italien (Campos). Der Brite Lando Norris (Carlin), Ersatzfahrer des Formel-1-Teams McLaren, wurde Fünfter und steht weiter an der Spitze der Gesamtwertung.

Der Deutsche Maximilian Günther belegte im Sprintrennen über 21 Runden am Sonntag den elften Platz und ging wie schon am Samstag leer aus. Im ersten Rennen war der 20-Jährige nicht über den 13. Platz hinausgekommen.

Am Samstag hatte über 30 Runden zum dritten Mal in dieser Saison George Russell (ART) triumphiert, der Ersatzfahrer in der Königsklasse bei Mercedes ist. Der Brite gewann vor dem Brasilianer Sergio Sette Camara (Carlin) und Roberto Merhi aus Spanien (MP Motorsport).

Am kommenden Wochenende gastiert die Formel 2 in Spielberg/Österreich (LIVE auf SPORT1+).