Formel 1: Fix: Vettel verlängert bei Ferrari

Rosarote Gegenwart, rote Zukunft: Sebastian Vettel hat seinen auslaufenden Vertrag bei Ferrari um drei weitere Jahre bis 2020 verlängert. In einer schmucklosen Fünf-Zeilen-Pressemitteilung ohne jegliches Zitat gab der traditionsreichste aller Formel-1-Rennställe am Samstag um 12:12 Uhr die wohl wichtigste Personalentscheidung seiner jüngeren Geschichte bekannt.

Rosarote Gegenwart, rote Zukunft: Sebastian Vettel hat seinen auslaufenden Vertrag bei Ferrari um drei weitere Jahre bis 2020 verlängert. In einer schmucklosen Fünf-Zeilen-Pressemitteilung ohne jegliches Zitat gab der traditionsreichste aller Formel-1-Rennställe am Samstag um 12:12 Uhr die wohl wichtigste Personalentscheidung seiner jüngeren Geschichte bekannt.

Dabei hatte Vettel am Donnerstag selbst noch Spekulationen geschürt, dass sein Verbleib bei der Scuderia keineswegs in trockenen Tüchern ist. "Ich erwarte innerhalb der nächsten zwei Wochen keine Neuigkeiten", hatte der 30-Jährige gesagt. Keine 48 Stunden später verlängerte der WM-Anwärter seinen Vertrag langfristig - und beendete mit einem Mal auch die hartnäckigen Spekulationen, er könnte sich wegen der womöglich besseren Perspektive dem großen Rivalen Mercedes zuwenden.

Dessen Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda räumte kurz nach der Verlängerung des Vettel-Vertrags bei Sky ein, man habe mit dem Heppenheimer durchaus über ein mögliches Engagement gesprochen, die Verhandlungen seien allerdings bereits "vor einigen Monaten" beendet worden. Aus Vettels Sicht kein Wunder angesichts der sportlich rosigen Situation in diesem Jahr.

"Ich bin glücklich bei Ferrari. Es wird keine großen Überraschungen geben", hatte Vettel der Gazzetta dello Sport im Juni gesagt und damit auch öffentlich die Zeichen auf einen Verbleib beim langjährigen Rennstall seines Idols und Freundes Michael Schumacher gesetzt, der mit den Roten fünf seiner insgesamt sieben WM-Titel einfuhr.

Ferrari und Vettel bringen Fehrerkarussell aus dem Takt

Mit Vettels Entscheidung steigt mitten in der Silly Season auch die Schlüsselfigur vom Fahrerkarussell ab. Fast alle Teams und auch viele Fahrer haben bislang gezögert, um sich nicht eine Option zu verbauen, falls Vettel doch das Ferrari-Cockpit räumt.

Überraschend ist der Zeitpunkt dennoch: Ferrari gibt seine Fahrerpaarung für die nächste Saison eigentlich immer beim Heimspiel in Monza bekannt, das Rennen findet am kommenden Wochenende statt. Doch auch die Verlängerung mit dem Finnen Kimi Räikkönen bis 2018 hatte Ferrari bereits am vergangenen Dienstag mitgeteilt.

Die Entscheidung wird sich für Vettel auch finanziell lohnen: Mit einem geschätzten Jahresgehalt von 35 Millionen Euro gehört der Hesse schon jetzt zu den absoluten Top-Verdienern der Königsklasse. Für einen Aufstieg in die Sphäre seines WM-Rivalen Lewis Hamilton (England/Mercedes), dessen Einkommen auf rund 40 Millionen Euro taxiert wird, hat der 30-Jährige mit vier Siegen aus den ersten elf Saisonrennen beste Argumente gesammelt.

Erst Katastrophenjahr, dann Traumpaar

Im Winter schien eine Fortsetzung der Zusammenarbeit noch undenkbar, doch nach dem Katastrophenjahr 2016 hat das Traumpaar der Formel 1 wieder zueinander gefunden. Der neue SF70H ist auf allen Strecken schnell, die Ferrari-Renaissance aus dem Nichts hat das Team zusammengeschweißt. "Die Mannschaft hat Unglaubliches geleistet in einem schwierigen Winter", fasste Vettel die Entwicklung zusammen.

Vettel, der seine bisherigen Titel mit Red Bull gewonnen hatte (2010 bis 2013), fährt seit 2015 für den italienischen Traditionsrennstall. In 51 Rennen für Ferrari gelangen ihm sieben Siege. Die laufende Saison ist seine erfolgreichste für die Italiener: Vor dem zwölften Lauf in Spa-Francorchamps (Sonntag, 14 Uhr im LIVETICKER) führt Vettel die Fahrer-WM mit 202 Punkten vor Mercedes-Star Lewis Hamilton (England/188) an.

Mehr bei SPOX: Berger: "Mercedes und Vettel könnte passen" | Getriebewechsel: Wehrlein wird fünf Plätze strafversetzt | Alonso angeblich vor Wechsel zu Williams